Geschichte: Um 1750 kaufte Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, der in den habsburgischen
Erblanden mitregierende Ehemann der österreichischen Monarchin Maria Theresia, vom
Florentiner Johann Ritter von Baillou die zu dieser Zeit größte Sammlung an Naturalien. Das
Herz der Sammlung bildeten 30.000 Objekte, darunter seltene Schnecken, Korallen, Muscheln
sowie kostbare Edelsteine und seltene Mineralien. Schon damals wurde die Sammlung nach
wissenschaftlichen Kriterien geordnet.
Im Laufe der Zeit wurden die Sammlungen so umfangreich, dass die Räumlichkeiten der
Hofburg nicht mehr genug Platz boten. Im Zuge der von Franz Joseph zu Weihnachten 1857 in
Auftrag gegebenen Schleifung der nicht mehr zeitgemäßen Wiener Stadtmauer und des Baues
der Ringstraße sah der mit der Verwertung der Grundstücke beauftragte
Stadterweiterungsfonds auch Platz für Neubauten für zwei Hofmuseen vor, das
naturhistorische und das kunsthistorische. Die naturhistorischen Sammlungen befanden sich
zu dieser Zeit nicht mehr im Privatbesitz des Hauses Habsburg-Lothringen, sondern waren als
Hofärar, vom Kaiserhof direkt verwaltetes Staatsvermögen, definiert; die kunsthistorischen
Sammlungen waren Eigentum der Familienfonds des Kaiserhauses. Für die beiden
Museumsbauten fungierte daher der Hofstaat des Kaisers als Auftraggeber.
Naturhistorisches Museum (NMH)