Edelsteinstrauß im NHM
Der Edelsteinstrauß (Blüten und Insekten) besteht aus 2863 Edel- und Schmucksteinen (erst 1997 gezählt, "Edelsteinstrauß" aus 2.102
Diamanten und 761 Smaragden, Achaten, Rubinen und anderen Farbsteinen) und zählt zu den historisch bedeutendsten Objekten des
NHM. 2,8 Kilogramm schwer, 50 Zentimeter hoch. Wurde um 1760 vom Wiener Juwelier Michael Grosser fertiggestellt, und ist ein
Geschenk Maria Theresias an ihren Gemahl Franz Stephan. Den Erzählungen zufolge ließ sie den Edelsteinstrauß als kleine
Namenstagsüberraschungim Jahr 1764 für ihren Gemahl in dessen Mineralienkabinett stellen. Die Kaiserin unterstützte die
Leidenschaft ihres Gatten für Mineralogie und Bergbau, um den wirtschaftlichen Aufschwung des Reiches voranzutreiben. Dieses
Exponat wurde der Grundstein zu einer der traditionsreichsten und wertvollsten Sammlungen von Edel- und Schmucksteinen in Europa.
J.W. Goethe erwähnte den Strauss in “Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit.
Die Vase, geschnitten aus Bergkristall, die Blätter gefertigt aus hellgrüner (stark ausgebleichter) Seide findet sich im Saal IV der Mineral.
Abteilung des NHM.
Die Edelsteinsammlung im NHM Wien zählt zu den bedeutendsten in Europa. Erste Edel- und Schmucksteine
wurden seit Mitte des 18. Jahrhunderts in der Kaiserlichen Sammlung in Wien aufbewahrt. Aus wesentlich
früherer Zeit stammen einige Mirabilien der Ambraser Kunst- und Wunderkammer von Ferdinand II. von Tirol
(15291595), die im 19. Jahrhundert nach Wien kamen. Während im 16. und 17. Jahrhundert ausschließlich
„Absonderlichkeiten der Natur“ die Aufmerksamkeit der Sammlerpersönlichkeiten erregten, wurde das
Material im 18. und 19. Jahrhundert zunehmend systematisch und wissenschaftlich geordnet.
Als Begründung der Wiener Edelsteinsammlung gilt der Ankauf der Sammlung des Naturalgelehrten Jean de
Baillou (16841758) durch Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen um 1750. Baillous Sammlung enthielt 35
Laden mit Edel- und Schmucksteinen, darunter einige kleine Diamanten, die der Kaiser zu einem großen Kristall
zusammenschmelzen wollte. Die verkohlten Überreste dieses Experiments sind nun ausgestellt. Gezeigt wird
auch die Glasreplik des „Gelben Florentiners. Dieser historische Diamant war einst im persönlichen Besitz der
Habsburger und gilt seit 1918 als verschollen.
m 19. Jahrhundert kamen weitere bedeutende Privatsammlungen durch Schenkung an das NHM Wien, z.B. die
Ringe-Sammlung des Staatsbeamten Friedrich Hoppe und die Edelsteinsammlung des Grindustriellen Richard
von Drasche-Wartinburg. Auch die berühmte Sammlung von Jacob F. van der Nüll enthielt herausragende
Edelsteine. Die Edelsteinsammlung wird bis heute stetig ergänzt und erweitert.
https://derstandard.at/2000073326228/Von-Adlerklauen-bis-Diamanten-Wie-sich-Menschen-schmueckten
Edelsteinsammlung des NHM
https://www.nhm-wien.ac.at/forschung/mineralogie__petrographie/sammlungen/edelsteinsammlung