Kaiser Franz I. Stephans Experiment mit Diamanten
Die von Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen vom Florentiner Johann
Ritter von Baillou erworbene Sammlung an Naturalien enthielt auch
Diamanten. Das der Kaiser gerne auch selbst experimentierte soll er
1751 mit dem Jesuitenpater Joseph Franz mit Hilfe eines Brennspiegels
versucht haben, aus einem kleinen Diamanten große zu schmelzen. Das
Experiment verlief jedoch anders als der Kaiser erwartete: Statt der
Schmelzung gelang ihm der "Nachweis der völligen Verbrennbarkeit".
Ähnliche Experimente hatte vor ihm der Medicifürst Cosimo III.
durchgeführt. Von diesem stammen wahrscheinlich die angekohlten
Diamanten, die bis heute hier aufbewahrt sind.
Das Reaktionsprodukt wurde zunächst als Spiritus sylvestre („Wilder
Geist“) bezeichnet, und erst einige Jahre nach dem Experiment (1750?)
als gasförmiges CO2 identifiziert (1754). Die teilweise Umwandlung in
Graphit und das “spurenlose Verschwinden” eines Teils der Diamanten
muss für seine Kaiserliche Hoheit ein Schock gewesen sein, daer für die
Sammlung 1750 tief in die Schatulle greifen musste.
verkohlte Diamanten (Vitrine)
Brennspiegel von Franz Stephan.
Franz I. Stephan