Kunstraub in Krakau
Der Leonardo ist zurück, wo sind der Raffael und der Brueghel ?
Otto Wächter
Hans Frank
Raffael Brueghel
Leonardo
Kunstraub Krakau (Frank)
Hans Frank mit Himmler (Wawel)
Generalgouverneur, Kunstliebhaber und Kunsträuber Hans
Frank (rechts i. B.) in Berlin am Sarkophag des polnischen
Königs Kazimierz Jagiellończyk aus der Wawel-Kathedrale in
Kraków .
Nach dem Überfall auf Polen 1939 plünderten die Deutschen die
Kunstschätze des Landes. Besonders hemmungslos war Hans Frank, der
von Krakau aus das sogenannte „Generalgouvernement“ leitete und den
Besatzungsterror beaufsichtigte. Frank inszenierte sich wie ein
Renaissancefürst. Seinen Amtssitz auf dem Wawel, dem Krönungsort und
der Grablage polnischer Könige, stattete er pompös mit geraubten
Kunstwerken und Antiquitäten aus. Auch die drei wertvollsten Bilder aus
dem Czartoryski-Museum reklamierte der Generalgouverneur für sich: da
Vincis „Dame mit dem Hermelin“, das „Porträt eines jungen Mannes“ von
Raffael und Rembrandts „Landschaft mit dem barmherzigen Samariter“.
Genau diese drei Werke hatten aber auch die Begehrlichkeit des
maßlosen Sammlers und Kunsträubers Hermann Göring geweckt. So
kamen sie schon im Herbst 1939 nach Berlin und wurden im Kaiser-
Friedrich-Museum (dem heutigen Bode Museum, wo die „Dame“ 2011
erneut zu sehen war) untergebracht.
Als Hans Posse, Direktor der Dresdner Sempergalerie und Hitlers
Kommissar für das geplante Führermuseum in Linz, im Dezember 1939
nach Polen reiste hielt er nur die drei Czartoryski-Bilder für wert in das
monströse Supermuseum aufgenommen zu werden. Warum Hitler sie
nicht für sich forderte ist unbekannt. So stritten sich Frank und Göring um
Leonardo, Raffael und Rembrandt.
Der österreichische Kunsthistoriker und SS-Brigadeführer Kai Mühlmann,
ein im ganzen besetzten Europa marodierender Nazi-Kunsträuber im
staatlichen Auftrag, musste zweimal mit den empfindlichen Werken
zwischen Krakau und Berlin hin und her fahren. Am Ende setzte sich Frank
durch und hängte Cecilia Gallerani in sein Musikzimmer auf dem Wawel,
wo der selbsternannte Feingeist schwelgerisch Chopin spielte.
http://www.radiodienst.pl/viel-tamtam-adrenalin-incl-die-dame-mit-
dem-hermelin/
Genau diese drei Werke hatten aber auch die Begehrlichkeit des maßlosen Sammlers und Kunsträubers Hermann Göring
geweckt. So kamen sie schon im Herbst 1939 nach Berlin und wurden im Kaiser-Friedrich-Museum (dem heutigen Bode
Museum, wo die „Dame“ 2011 erneut zu sehen war) untergebracht.
Als Hans Posse, Direktor der Dresdner Sempergalerie und Hitlers Kommissar für das geplante Führermuseum in Linz, im
Dezember 1939 nach Polen reiste hielt er nur die drei Czartoryski-Bilder für wert in das monströse Supermuseum
aufgenommen zu werden. Warum Hitler sie nicht für sich forderte ist unbekannt. So stritten sich Frank und Göring um
Leonardo, Raffael und Rembrandt.
Der österreichische Kunsthistoriker und SS-Brigadeführer Kai Mühlmann, ein im ganzen besetzten Europa marodierender
Nazi-Kunsträuber im staatlichen Auftrag, musste zweimal mit den empfindlichen Werken zwischen Krakau und Berlin hin
und her fahren. Am Ende setzte sich Frank durch und hängte Cecilia Gallerani in sein Musikzimmer auf dem Wawel, wo der
selbsternannte Feingeist schwelgerisch Chopin spielte.
Am 17. Januar 1945 floh Hans Frank in einer Wagenkolonne nach Oberbayern, im Gepäck die drei Hauptwerke aus dem Czartoryski-
Museum. Als ihn die Amerikaner am 4. Mai im „Haus Bergfrieden“ am Schliersee fassten, hingen dort die „Dame mit dem Hermelin
und der Rembrandt an der Wand.
Insgesamt siebenmal fuhr der polnische Kunsthistoriker Prof. Karol Estreicher zwischen 1945 und 1948 kreuz und quer durch das
besetzte Deutschland. In polnischer Uniform, ausgestattet mit Vollmachten der Warschauer Regierung, fahndete er an der Spitze eines
Suchtrupps nach geraubten polnischen Kunstschätzen. In Nürnberg und auf Schloss Wiesenthau fand er den geraubten, von
Feuchtigkeit und Holzwürmern befallenen Veit-Stoβ-Altar. Bald darauf entdeckte er die Gobelins und die Porzellan-Sammlung aus dem
Krakauer Wawel-Schloss, Canalettos Veduten (wirklichkeitsgereue Darstellungen) des Warschauer Stadtbildes im 18. Jahrhundert und
weitere gut 35.000 von den Nazis geraubte polnische Kunstgegenstände.
Der erste Zug mit siebenundzwanzig Güterwaggons traf am 30. April 1946 in Kraków ein. Von amerikanischen Soldaten bewacht,
brachte er auch die „Dame mit dem Hermelin“ nach Polen zurück. Stolz zeigte sie Estreicher auf dem Bahnsteig den Pressefotografen.
Ein halbes Jahr später, am 1. Oktober 1946, wurde Hans Frank in Nürnberg gehängt. Das Jünglingsporträt Raffaels, das der „Frau mit
dem Hermelin“ Leonardo da Vincis an Ausstrahlung in Nichts nachsteht, bleibt bis heute verschollen. Hat es Franks Ehefrau womöglich
bei einem bayerischen Bauern gegen Lebensmittel eingetauscht und es harrt unerkannt auf irgendeinem Hof seiner Entdeckung?
http://www.radiodienst.pl/viel-tamtam-adrenalin-incl-die-dame-mit-dem-hermelin/
Das Krakauer Bild war (gem. Literatur) schon damals als ein Werk des
Sohnes Pieter Brueghel d.J bekannt, als Vorlage diente (wie auch für andere
im Artikel erwähnte Fassungen) das Gemälde seines Vaters im KHM - die
Übermalungen des KHM-Bildes (4 Partien, u.a. 2 Leichen) stammen
nachweislich aus dem 17. Jhd (und nicht von Sochor!) - solche Übermalungen
waren nichts Ungewöhnliches, manche Eigentümer stießen sich zB an
gewissen Darstellungen ..
https://www.derstandard.at/story/2000095971467/der-unauffindbare-brueghel
https://www.derstandard.at/story/200011187
6069/spannende-spurensuchen-nach-recht-
und-unrecht-im-20-jahrhundert
https://www.derstandard.at/story/200012185
1449/der-mysterioese-tod-des-otto-waechter
Otto Wächter (rechts) und Joseph Goebbels
(links) am 1. September 1940 in Polen
anlässlich einer Feier zum ersten Jahrestag des
Kriegsbeginns.
Otto Wächter, the Nazi
governor of Kraków and
afterwards Galicia
Horst Wächter, the fourth of the SS general’s
six children, has spent years trying to return
a painting taken by his parents from the
Potocki Palace. On Sunday, he attended a
ceremony in Kraków at which three stolen
works were returned to the Polish
government.
Charlotte Wächter’s husband was the
recently appointed Nazi governor of Kraków:
SS Gruppenführer Otto Wächter; she was
decorating the new headquarters that he had
established at the city’s Potocki Palace
and in the process, she looted every
department of the museum.
According to a Polish government
assessment from 1946, Frau Wächter took
the most exquisite paintings and the most
beautiful items of antique furniture, militaria,
etc, despite the fact that the director of the
museum had warned her against taking
masterpieces for this purpose”.
https://www.theguardian.com/artanddesign/20
17/feb/26/nazi-art-stolen-poland-returned-
horst-waechter#img-2
Aquarell des Krakauer Potocki-Palasts "Pod
Baranami" aus dem 19. Jahrhundert, auf dessen
Rückseite die Ehefrau Charlotte
von Wächter handschriftlich vermerkt hatte:
"Blick auf Potocki-Palast - mitgenommen aus
Krakau 1939".
Kraków - Pałac Pod Baranami
Horst Wächter & Magda Ogórek bei der Rückgabe
Kunstraub Krakau (Wächter)
HORST VON WÄCHTER (SOHN VON OTTO), PHILIPPE SANDS
UND NIKLAS FRANK (SOHN VON HANS)
https://www.vice.com/de_ch/article/nn5g8b/kann-man-seinen-
vater-lieben-auch-wenn-er-ein-hochrangiger-nazi-war-123
https://www.derstandard.at/story/2000111876069/spannende-spurensuchen-
nach-recht-und-unrecht-im-20-jahrhundert#posting-1047814182