Kurz nachdem Federico Gonzaga das Amt des
Generalkapitäns der mailändischen Truppen
1478 von seinem Vater Ludovico
übernommen hatte, belagerten die
päpstlichen Truppen die zum mailändischen
Gebiet gehörende Stadt Legnano. Sie zogen
sich jedoch kampflos zurück, als Federico
ihnen entgegenmarschierte. Die dramatische
Kampfszene ist also reine Fiktion.
Ursprünglich stellte der Reiter in der
Bildmitte den Feldherrn dar. Auf Wunsch des
Auftraggebers versah Tintoretto nachträglich
den kampfeslustigen Reiter im Vordergrund
mit der Physiognomie des Protagonisten.
So entpuppt sich Tintoretto als Propagandist
seines höfischen Auftraggebers - und der
Traum von der künstlerischen Freiheit als
Illusion.
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twork/A0GOlwR4dp
Tintoretto - Federico I. Gonzaga rettet die Stadt Legnago
1578/79, 262 x 421 cm Alte Pinakothek München
Geschichtsklitterung