Zur Kirche: sie sollte dem 50-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser
Franz Josefs I. gewidmet werden, und da sie aus Spendenmitteln
finanziert wurde, dauerte ihr Bau entsprechend lange (1900-
1910). Ihr monumentaler Baukörper und ihr massiver Turm
erinnern daran, dass sie ursprünglich als Garnisonkirche gedacht
war. Sie ist übrigens nicht geostet. Betreut wurde die Kirche
vorerst von den Salvatorianern aus Kaisermühlen, und seit 1917
von den Trinitariern aus Gersthof. Der Trinitarier Konvent kam
ursprünglich aus Spanien, daher wurden deren Mönche (auch
wegen ihres weißen Habits) „Weißspanier" genannt (zum
Unterschied von den aus dem spanischen Montserrat berufenen
Benediktinern, den Schwarzspaniern).
Die Übernahme der Kirche durch die Trinitarier hatte einen
augenfälligen Einfluss auf das Kircheninnere, der als
kunsthistorisches Schmankerl angesehen werden kann.
Geschmückt war die Kirche ursprünglich mit franziskanischen
Heiligenstatuen, etwa dem Hl. Antonius oder der Hl. Klara (von
Assisi). Als die Trinitarier die Kirche übernahmen, gestalteten sie
diese Statuen einfach zu Heiligen des Trinitarierordens um,
indem sie nicht nur die franziskanisch braunen Kutten auf weiße
mit dem typisch blau-roten Kreuz der Trinitarier umpinselten,
sondern auch deren Attribute auswechselten.
Statue des Hl Franziskus mit
blau-rotem Trinitarier Kreuz