Henri Toulouse-Lautrec - Messaline (entre deux figurantes)
Ein Künstler in seinem Element
Messaline war die Frau des römischen Kaisers Claudius. Sie war als
Nymphomanin bekannt, feierte gerne Orgien und prostituierte sich
inkognito in den populären Stadtteilen Roms. So nebenbei trachtete sie
ihrem Mann nach dem Leben, was ihr Verderben war.
Diese Bild beschreibt eine der sechs Szenen aus Isidore de Laras
Oper Messaline, die Toulouse-Lautrec 1900 in Bordeaux sah, und dort
malte. Es zeigt die bis in die Knochen verdorbene Frau am Beginn einer
Orgie, grell geschminkt, dämonisch blickend und in überheblicher Pose.
In einem anderen Bild (letzter Akt, Princeton Version) sitzt Messaline in der
kaiserlichen Loge der Arena. Im Hintergrund sieht man ihren abgewiesenen
Liebhaber, den Dichter Harès, in rot gekleidet, der versuchen wird sie zu
töten. Ihr neuer Liebhaber ist dessen Bruder Hélion, ein Gladiator. Er wird
von Messaline dazu angestiftet seinen Bruder zu ermorden, ohne es zu
wissen. Als er seinen Brudermord erkennt, wird er sich aus Gram in die
Arena werfen, um von den Löwen zerfleischt zu werden.
Eine schaurige Geschichte die so richtig zum Fundus der von Toulouse-
Lautrecs bevorzugten Themen passt. Er war ja im Rotlichtmilieu zumindest
künstlerisch zu Hause. Emil Bührle scheinte dies zu schätzen als er 1951 das
Gemälde von Walter Feilchenfeld erwarb.
Messaline Princeton
Messaline Zurich
Musik