Claude Monet - Kathedrale von Rouen
Gesetz der Serie
Nicht weniger als 28 Versionen malte Claude Monet die
Westfassade der Kathedrale von Rouen. In dieser Bilderserie ging
es ihm weniger um eine realitätsgetreue und detaillierte
Wiedergabe der Architektur, sondern um das farbige Licht und
seine Wirkung auf das Gebäude in verschiedenen
Lichtverhältnissen der Tageszeiten und Witterungsbedingungen.
Er wollte die Stimmung, die Atmosphäre einfangen, was den
Impressionisten am Herzen lag. Ein Anspruch, den Monet als
"großes Leiden" und oft auch als Unmöglichkeit empfand; das
Gesetz der Serie - mehrere Bilder zum Ensemble
zusammenzuspannen - erschien ihm als einzige Lösung. Dazu ließ
er das Motiv als Vorzeichnung auf die Leinwände drucken, was
insofern gerechtfertigt war, als es ihm nur um die Wiedergabe der
sich ändernden farbigen Atmosphäre ging.
Monet war oft unzufrieden mit seinen Ergebnissen, einige Bilder
soll er sogar zerstört haben, manchmal voller Wut und mit einem
Fußtritt mitten in die Leinwand. Da er die Bilder in den Jahren
1892/93 in Rouen begann aber erst 1894 in Giverny vollendete,
tragen die meisten Signaturen die Jahresangabe 1894.
Erst ein Jahr später (1895) fand eine Verkaufsausstellung mit 20
seiner Kathedralen-Bilder bei Durand-Ruel statt. Sie verlief
erfolgreich, nachdem Monet seinen Preis widerstrebend von 15
000 Frs auf 12 000 Frs senken musste. Er kannte seinen Wert.
Was die Bilder heute wert sind ist ungewiss, aber sicher um die
30 Mio. pro Stück.
Heute befinden sich die Bilder dieser Serie in verschiedenen
Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt. Eigentlich
hätten sie nur zusammen verkauft werden sollen, um den
Anspruch Monets gerecht zu werden, die Bilder miteinander
vergleichen zu können. Ein solcher Vergleich bereitet auch auf
Internet Schwierigkeiten denn die Farbwiedergabe dort ist
meist verzerrt. Man müsste wirklich vor den realen Bildern
stehen, um deren unterschiedliche Atmosphäre zu genießen.
Auch anderer Künstler liessen sich zu Gemälde-Serien
animieren, etwa Hodler oder Picasso.
Gemäldeserien