Gustav Klimt - Bildnis Amalie Zuckerkandl
„Porträt einer Ermordeten“ als Danaer-Geschenk an das Belvedere
Komplexe Ausgangslage einer Restitutionsforderung
Das heute im Belvedere befindliche Porträt der damals 47-jährigen
Amalie wurde von ihrem Mann Otto Zuckerkandl, Primararzt des
Wiener Rothschildspitals, in Auftrag gegeben, blieb aber, bedingt
durch den Tod des Künstlers (1918), unvollendet. Drei Jahre später
(1919) ließ sich Zuckerkandl scheiden, seine Frau, die sich für ihn
zum Judentum bekehrt hatte und ihm 3 Kinder gebar (Viktor,
Eleonore und Hermine) erhielt das (unfertige) Gemälde. Er selbst
starb 2 Jahre später (1921). Seither lebte Amalie in bescheidenen
Verhältnissen und geriet öfters in Geldnöte. Ende der Zwanziger
Jahre sah sie sich gezwungen, ihr Gemälde gegen eine kleine
Pension an Ferdinand Bloch-Bauer, einen Freund der Familie, zu
verkaufen, und 1939 war sie bereits von Armut und Verfolgung
gezeichnet. Bloch-Bauer, selbst auf der Flucht, musste die
Zahlungen 1941 einstellen, hatte aber vorher - gemäß ihrer
Tochter Hermine - aus seinem Züricher Exil das Bild an ihre Familie
zurückgegeben. Nur wenig später wurden Amalie mit ihrer
Tochter Nora verschleppt und in einem Vernichtungslager
ermordet.