J. Ph. Hackert Die Zerstörung der türkischen
Flotte in der Schlacht von Tschesme
Gelungene Inszenierung einer Seeschlacht
Für einen Historienmaler ist so eine Seeschlacht ein gefundenes Fressen,
vor allem wenn es rund geht wie damals bei Tschesme (1770). Russlands
Katharina II. führte Krieg (1768 -1774) gegen das osmanische Reich. An
Landsiege hatte sie sich bereits gewöhnt, doch nun galt es die Türken auch
zur See zu schlagen. Ihre Flotte war aufgerüstet, sie hatte sie in eine
ansehnliche Streitmacht verwandelt. Russlands traditioneller Meeres-
Kriegsschauplatz war die Ostsee, doch als sich der türkische Krieg hinzog,
fasste sie einen tollkühnen Plan: Sie schickte die Schiffe aus der Ostsee
über Westeuropa durch den Ärmelkanal und die Strasse von Gibraltar bis
ins östliche Mittelmeer. Mit dem Oberkommando betraute sie niemand
anderes als Alexej Orlow, Bruder ihres Liebhabers Grigori, und Mörder
ihres Ehemanns Peter III.
Am 7. Juli 1770 überraschten die Russen die Osmanische Flotte in der
geschützen Bucht von Tschesme (Çeşme, direkt vor der griechischen Insel
Chios). Die Schiffe lagen vor Anker, aber nicht lange. In einem fulminanten
Großangriff vernichtete Orlow die zahlenmässig und feuermässig weit
überlegene osmanische Ägäis-Flotte in einer zweitägigen Schacht. Den
Explosionen entkam nur ein einziges Schiff. Dabei fielen 9000 Türken, auf
russischer Seite waren es nur 30. Was für ein Massaker !
Krieg
Katharina II.