Erst 12 Jahre nach der Schlacht bei Lissa begann Anton Romako die Szene des
Rammstoßes zu malen, und zwar in 2 Versionen verschiedenen Formats: eine größere
Version I mit 86 x 47 cm um 1878-1880, und eine kleinere Version II mit 24 x 18 cm
um 1880-1882. Beide mit Öl auf Holz. Die Gemälde zeigen im wesentlichen Tegetthoff
wie er sich breitbeinig in High-Noon Stellung vor dem Rammstoß mit Händen in der
Tasche nirgends anhält, während sich seine Gehilfen ängstlich am Steuerrad
anklammern, und Granat-Nebelschwaden das Schiff umgeben.
Die spannungsgeladenen Bilder kamen in Wien zunächst nicht gut an. Sie waren für
den damaligen Geschmack zu progressiv, O.Kokoschka hingegen äußerte sich positiv.
Kaiser Franz Josef I. kaufte jedenfalls Version I, vermutlich als Trostpflaster für
Königgrätz. Sie wurde unter ungeklärten Umständen nach WW1 verkauft (etwa von
Zita?), und nach WW2 von Österreich zurückgekauft. Version II wurde nach 1921 aus
dem kaiserlichen Jagdschloss Neuberg/Steiermark als Fideibonusbesitz vom Staat
übernommen. Beide Versionen sind heute im Belvedere, Wien.
Seitdem ist es in der Adria ruhiger geworden. Eine weniger kecke Darstellung des
rammenden Vize-Admirals wäre dem Autor dieser Zeiléen vorstellbar;-)
KY
Jagdschloss Neuberg. Belvedere