Jacob Jordaens- Fest des Bohnenkönigs
Nichts gleicht einem Verrückten mehr als ein Betrunkener
Ja, feiern konnten sie die Flamen, vor allem am 6. Januar, dem Tag der Heiligen
Drei Könige. Da sitzt er nun, der Bohnenkönig, und hat sich als Finderlohn für die
im Kuchen eingebackene Bohne die schönste der anwesenden Frauen zur
Königin genommen, und macht die Tafelrunde zu seinem Hofstaat. In dem
Augenblick, wo die Karnevalskrone aus Pappkarton seinem Haupt sitzt und er zur
Karaffe mit Trinkglas greift, grölt die Gesellschaft „Der König trinkt!“.
Viele Details, teils satirisch, teils ironisch oder nachdenklich, schmücken die
ausgelassene Szene. Zunächst die an Schultern und am Hut befestigten
Losstreifen mit den Berufs- und Titelbezeichnungen, welche de zu bekleidenden
Hofämter kennzeichnen, wie «Hofmester» und «Senger», von denen aber einige
im Trubel einfach zu Boden gefallen sind (Bildmitte, vorne). Dann der
„Vorschneider“ der sich gerade einen Fisch „hineinzieht“, die „Königin“ wie sie
jung und prall eine Kette aus Würsten und Eiern (Fruchtbarkeit!) trägt, der
"Mediziner" der speibt, das Kind das säuft (vorne links) und vom Hund gierig
beneidet wird, die Frau die sich die Brust entblösst (rechts), und das vom Alkohol
gerötete Gesicht das sich im schräg hängenden Spiegel der linken Wand spiegelt.