Genève 1987
1987
Die über 100 m lange „Mur de la Reformation“ („Reformatorenwand“) im Park hinter der
Universität Genf gibt es noch nicht lange. Sie wurde 1909 zur Erinnerung an den Beginn der
Reformation in Genf (1536), und an die Unterzeichnung des Edikts von Nantes durch den
Hugenotten König Henri IV (13 April 1598) errichtet, und anlässlich der 400 Jahrfeier von Calvins
Geburtstag (1509) eingeweiht. Das Edikt gewährte den Calvinisten Frankreichs Gewissensfreiheit
und freie Religionsausübung in der Öffentlichkeit, ausgenommen in Paris und Umgebung sowie in
Städten mit Bischofssitz oder königlichen Schlössern. Man wollte ja nicht gleich übertreiben;-)
Dass Denkmal gefällt weniger durch seine Schönheit, sondern durch seine Bezugnahme auf die
überragende Rolle des Reformators Jean Calvins für die Stadt Genf, insbesondere hinsichtlich der
Gründung der Académie de Genève und des Collège Calvin (beide 1559). Aus ersterer erwuchs die
heutige Université de Genève, mein langjähriger Arbeitsgeber, während letztere heute von unseren
Enkeln Balthazar und Solal frequentiert wird.
Der Besuch von Gundi Haubenberger (Ex-Prillinger, Tochter des Nachbararztes in Schiltern) zu
Ostern 1987 mit Mann Gottfried und Kindern war ein willkommener Anlass die „Mur de la
Reformation“ erneut heimzusuchen. Die Kinder waren zwar nur mäßig begeistert, insbesondere
Céline (im Hintergund) die wegen eines fremdverschuldeten Schiunfalls einen Gips trug, aber die
strammen Katholiken der „Prillis“ hielten tapfer durch.
Wir entschädigten sie danach im Sommer mit einem gemeinsamen Urlaub auf der kirchenreichen,
keineswegs antiklerikalen Insel Elba.
Jean Calvin