Pacher
Tintoretto
Von Max
Mit bayerischen Genen im Blut löscht man den Durst am besten in München. Um Wein- und
Biergläser herum versammelt hält meine Münchner Großmutter Kuni Hof. Auch Uri der
Preusse (eigentlich aus Niedersachsen) war zur Stelle. Die jüngeren Generationen amüsierten
sich derweil im Vordergrund. Die Stimmung war ausgelasssen und regte zur Suche nach
humorvollen Kunstwerken in den umgebenden Museen an. Die Ausbeute war sehenswert:
In der Neuen Pinakothek stieß ich auf Lovis Corinths Homerisches Gelächter. Die Vorführung
des Ehebruchs ist zwar lustig, aber auch unter Göttern nicht nach jedermanns Geschmack.
Mein Sprung in die Ehe war zwar noch weit entfernt, aber ich fühlte mich gewarnt.
Im selben Haus liefen mir die Affen als Kunstrichter von Gabriel von Max über den Weg. Ihre
unterschiedlichen Reaktionen beim Betrachten des eben ausgepackten Gemäldes kann als
Satire gegen das Urteil von Kunstkritikern verstanden werden. Ganz mein Geschmack.
Tintorettos Vulkan überrascht Venus begegnete ich in der Alten Pinakothek nebenan. Auch
hier geht es um Ehebruch, wobei aber diesmal der versteckte Widersacher vom Hund verbellt
wird. Ein Detail das einem Tränen des Lachens in die Augen treiben kann.
Auch Michael Pachers Hl Augustinus & Teufel ist dort Zuhause. Das Arschgesicht am
stategischen Ort des Teufels ist unübersehbar.
Ein Erfolg rundum also. Man muss schon sagen, Humor hatten sie die alten Künstler. Ein
bisserl derb manchmal, aber passend für den Münchner Boden. Auch die Sprüche unserer
Kuni gehörten dazu, wie etwa der: “Wer’s lang hat lassts lang hängen”, was immer sie damit
meinte;-)
1960er
München 1960er