Ferstel - Columna rostrata
Späte Umwidmung eines Kunstwerks
Maximilian I (Mexico)
Ursprünglich stand die Rostrensäule in Pula (heute in Kroatien), dem Hauptkriegshafen
der österreich-ungarischen Monarchie in der Markgrafschaft Istrien. Sie wurde 1876
von Heinrich von Ferstel dem Erzherzog und k.k. Vizeadmiral Ferdinand Maximilian
gewidmet, der bis 1859 Generalgouverneur des Königreichs Lombardo-Venetien war,
und 1867 in Mexico erschossen wurde. Maximilian war der Bruder von Kaiser Franz
Josef und mit nur 22 Jahren Kommandant der k.k. Kriegsmarine (1854–1861). Die auf
der Säule erwähnte siegreiche Schlacht bei Lissa 1866 wurde von Wilhelm von
Tegetthoff geschlagen. Dieser rammte das Panzerschiff Re des italienischen Gegners,
wurde dafür zum Vizeadmiral befördert, und bekam seine eigenen Denkmäler in Pula
und Wien. Sein Bravourstück wurde in 2 eindrucksvollen Gemälden von Romako
verewigt (siehe Essay). Maximilian selbst hat von der Schlacht vermutlich nicht viel
mitbekommen, denn er war schon in Mexico.
Neben der Göttin Victoria und den stilisierten Rammspornen in römischer Tradition
zierten die Rostrensäule aus Marmor ursprünglich nicht nur eine Tafel mit dem Kopf
Maximilians, sondern auch Gedenktafeln, welche die österreichische Marine nach ihrer
Schlacht bei Lissa 1866 ehrten. Romako Lissa