Nach dem Tode von Wolf landete das Bild 1963 in der Sammlung
des Hollywoodstars Elizabeth Taylor die zu diesem Zeitpunkt für den
Kultfilm Cleopatra unter Vertrag stand. Ihr Vater, Kunsthändler,
hatte es für sie als Geburtstagsgeschenk bei Sotheby’s London für
moderate £92,000 ersteigert. Es sollte bis zu ihrem Tod 2011 im
Wohnzimmer ihrer Luxusvilla Bel Air in Los Angeles hängen. Vorher
gab es aber noch eine gerichtliche Auseinandersetzung die als Fall
"Margarethe Mauthner versus Elizabeth Taylor" in die US-
Justizgeschichte einging.
Margarethe Mauthners Erben stellten 2003 ein
Restitutionsbegehren. Sie argumentierten, ihre Erblasserin habe das
Gemälde an den Sammler Woolf unter (wirtschaftlichem) Druck
verkauft. Dem gegenüber stand die Meinung der Taylors, sie hätten
das Gemälde rechtmässig erworben und konnten nicht wissen dass
es eventuell NS-belastet sei. Nachdem keine der beiden Seiten
bereit waren einen Kompromiss einzugehen, ging der Fall über alle
Instanzen bis hin zum United States Supreme Court. Dieser wies die
Klärgerin mit dem Hinweis ab, die US-Gesetze für eine Restitution in
derartigen Fällen wären hauptsächlich für Gemälde in Staatbesitz
gedacht, und weniger für jene in Privatbesitz. Die Existenz des
wirtschaftlichen Drucks auf die Käuferin, und dessen Kenntnis durch
den Käufer seien irrelevant.
Elizabeth Taylor