St Rémy 2017
Vor dem Asyl Vincent van Goghs
St Rémy
2017
Bekanntlich suchte Vincent van Gogh in seinem letztes Lebensjahr Zuflucht in einem Asyl in
Saint Rémy en Provence.
Unser Besuch in dieser Stadt war wenig ergiebig, denn St Rémy hat kein Museum mit Werken
seines illustren Gastes, nur einen Kunstpfad für Touristen mit schlechten Nachbildungen,
ähnlich wie in Collioure für Derain und Matisse.
Ergiebiger war ein Besuch des Gartens wo Van Gogh seine Staffelei für das Gemälde Vue de
l’Asile et de la Chapelle de Saint-Remy,aufstellte. Brigitte steht ganz nahe dieser Stelle.
Wie fast alle Gemälde Van Goghs wurde auch dieses erst nach seinem Tod verkauft und
wechselte häufig seine Besitzer. Als es der Hollywoodstar Liz Taylor erwarb, stelle es sich
heraus dass es NS-belastet war. Die gerichtliche Auseinandersetzung um ein
Restitutionsbegehren ging in die US-Justizgeschichte ein, und wurde 2013 vom Arthemis, dem
Art Law Centre der Universität Genf, als «case study» veröffentlicht. Es ging um viel Geld. Sehr
viel Geld, von dem Vincent leider keinen Cent sah.
Das Schicksal vieler Künstler bei Lebzeiten nicht anerkannt zu sein, kommt heute weniger
häufig vor, im Gegenteil. Künstler wie Damien Hirst und Jeff Koons schaffen es schon bei
Lebzeiten durch Geschick und Geschäftssinn zu viel Geld zu kommen, während andere wie
Maurizio Catellan ein bequemes Fortkommen als Lieferant einer angehefteten Banane finden.
Man vergönne es ihnen.