Francisco de Goya Portrait of the Duke of Wellington
Orden und britischer Nationalstolz
Für das Vereinigte Königreich ist Arthur Wellesley (1769-1852), alias Duke of
Wellington so etwas wie ein Nationalheiliger. Ihm wird nicht nur zugute gehalten den
Franzosenkaiser Napoleon I. in den spanischen Kriegen besiegt und aus Madrid
vertrieben zu haben, sondern diesen auch nach dessen Rückkehr aus Elba bei
Waterloo vernichtend geschlagen zu haben. An seine Taten erinnern Denkmäler in
London, etwa der Wellington Arch am Hyde Park Corner, die 5 Pfund-Banknote auf
deren Rückseite er abgebildet ist, und noch andere Nebensächlichkeiten, wie die
Hauptstadt von Neuseeland.
Wie bei jeder Verehrung dieser Art, wird auch hier übertrieben. Es stimmt zwar dass
Wellington die Franzosen besiegte (Schlacht von Salamance) und Madrid befreite
(Aug. 1812), den Rum von Waterloo muss er sich aber teilen. Von Napoleon
angegriffen, hielten seine Truppen den Franzosen nur mühsam stand. Erst die Ankunft
der Preussen unter Blücher entschied den Sieg der Alliierten. Wären diese nicht
rechtzeitig eingetroffen, hätte die Geschichte einen anderen Verlauf genommen, und
dieses Gemälde wäre nicht gemalt worden.
Goya malte es nach der Ankunft Wellingtons in Madrid (Aug. 1812), vollendete es
aber erst 2 Jahre später. Der Grund war einfach. Wellington erhielt einige seiner
Abzeichen erst nachdem er Madrid verlassen hatte, darunter das Abzeichen vom
Orden des Goldenen Vlies. Das durfte auf dem Gemälde natürlich nicht fehlen.
Portraits