Der „Geist von Locarno“ wurde in der Aufnahme des Deutschen Reichs als ständiges Mitglied in den
Völkerbund im September 1926 und in der Entmilitarisierung des Rheinlandes im Juni 1930 gesehen.
https://www.swissinfo.ch/ger/erinnern-an-den--geist-von-locarno-/4768582
Ende der Verträge von Locarno
Adolf Hitler und die Nationalsozialisten wollten die Ergebnisse des Vertrags von Versailles mit aller
Entschiedenheit –auch mit kriegerischen Mitteln –revidieren. Durch die Verträge von Locarno fühlten sie
sich gehindert, diese Revision voranzutreiben.
Als die französische Nationalversammlung am 27. Februar 1936 den am 2. Mai 1935 geschlossenen
Beistandspakt mit der Sowjetunion ratifizierte, stellte sich Deutschland auf den Rechtsstandpunkt, damit
habe Frankreich den Vertrag von Locarno gebrochen.[4] Hitler war entschlossen, dies als Vorwand zu
nutzen, um seinerseits den Vertrag zu brechen. Die endgültige Ratifizierung durch den französischen Senat
wartete er gar nicht mehr ab: Am 7. März 1936, einem Samstag, ließ er die Wehrmacht frühmorgens ins
entmilitarisierte Rheinland einmarschieren. Um 10.30 Uhr erklärte Reichsaußenminister Konstantin von
Neurath gegenüber dem französischen Botschafter André François-Poncet, Deutschland kündige den
Vertrag von Locarno auf, und bot Verhandlungen über eine beidseitige Entmilitarisierung der Grenze an.
Die französische Übergangsregierung[5] von Albert Sarraut war zu militärischen Gegenmaßnahmen nur
bereit, wenn sie von Großbritannien unterstützt würden. Dies war nicht der Fall. Man überschätzte die
militärische Stärke der Deutschen. So blieb es bei scharfen verbalen Protesten.[6] Die Locarno-Partner
nahmen die Rheinlandbesetzung und damit das Ende der Verträge von Locarno hin.
Mit der Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes brach Adolf Hitler den Versailler Vertrag von 1919
und den Locarno-Pakt von 1925. Das Ausland reagierte lediglich mit Kritik. Das bestärkte Hitler in der
Annahme, man würde seiner Expansionspolitik nichts entgegensetzen.
Verträge von Locarno (1925)