Fernand Khnopff: Die Zärtlichkeit der Sphinx
Fin-de-Siècle Museum
Bruxelles
Das 2013 eröffnete Museum zeigt Kunstwerke aus der Zeit von 1868 bis 1914, wobei ein Schwerpunkt bei
belgischen Künstlern liegt. Zur Sammlung gehören Skulpturen von Constantin Meunier, die häufig Arbeiter und
Bergleute darstellen. Von Alfred Stevens, dem bekanntesten Vertreter des belgischen Impressionismus, besitzt
das Museum eine Salomé, während Guillaume Vogels mit La neige, soir und Emile Claus mit La récolte du lin
und Les asters vertreten sind. Hinzu kommen bedeutende Künstler der Jahrhundertwende wie Henry van de
Velde mit Faits du village. VII. La fille qui remaille, Théo van Rysselberghe mit La promenade, James Ensor mit La
musique russe und Fernand Khnopff, von dem das Museum das bekannte Werk Die Zärtlichkeit der Sphinx zeigt.
Weitere Werke des 19. Jahrhunderts sind eine Paysage à Ornans von Gustave Courbet und ein Portrait de Mlles
Louise Riesener et Eva Callimaki-Catargi von Henri Fantin-Latour. Zu den Arbeiten französischer Künstler der
Jahrhundertwende gehören das Porträt der Suzanne Bambridge von Paul Gauguin, Die Seine an der Grand Jatte,
Frühling von Georges Seurat, La calanque von Paul Signac, Les deux écoliers von Édouard Vuillard, eine
Landschaft von Maurice de Vlaminck und Auguste Rodins Skulptur Cariatide tombée portant sa pierre. Hinzu
kommen Die Hochzeit der Psyche von Edward Burne-Jones, Vincent van Goghs Darstellung eines Bauern aus
dem Jahr 1885 und ein Blumenstillleben von Lovis Corinth.
Seit der Eröffnung 1984 zeigte das Museum Kunstwerke vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Nach der
Eröffnung des Magritte Museum im Jahr 2009 wurde das Museum für Moderne Kunst geschlossen. Im
vormaligen Gebäude des Museums ist seit 2013 das neu geschaffene Fin-de-Siècle Museum untergebracht.
Für die Kunst des 20. und 21. Jahrhundert ist ein eigenes Haus geplant. Vorgesehen hierfür ist das
Vanderborght-Gebäude im Stadtzentrum nahe der Galeries Royales Saint-Hubert. Bis zur Eröffnung eines
eigenen Hauses ist eine Auswahl von Kunstwerken der Moderne in Wechselausstellungen im Museum für
Alte Kunst zu sehen.
Zur Sammlung des Museum gehören mehrere Werke der Surrealisten. Von Paul Delvaux besitzt das
Museum Le couple, Pygmalion und mit Train du soir ein für den Künstler typisches Eisenbahnmotiv. Ergänzt
werden diese Arbeit durch L'armée céleste von Max Ernst und eines der populärsten Bilder dieser
Abteilung, Die Versuchung des Heiligen Antonius von Salvador Dalí.
Von der Künstlergruppe CoBrA, zu dessen Zentren Brüssel gehörte, sind im Museum Bilder der Maler
Pierre Alechinsky, Asger Jorn und Karel Appel zu sehen. Zu den Bildern der klassischen Moderne im
Museum gehören das Porträt des Ernst Reinhold von Oskar Kokoschka, Zwei Kinder von Otto Dix, eine
Ansicht von Marseille von Raoul Dufy, Danseuse espagnole von Joan Miró, Les raisins von Georges Braque,
Guitare et compotier von Pablo Picasso, Clair de lune, Moi et le village und Moi, Marc Chagall von Marc
Chagall, L'éclipse von Francis Picabia und ein Blumengarten von Emil Nolde sowie die Skulptur Mirr von
Hans Arp.
Aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammen die Werke Le burg dévasté von Jean Dubuffet, Le pape
aux hiboux von Francis Bacon, Homage to the Square von Josef Albers und Skulpturen von Henri Laurens,
Rik Wouters sowie ein Mobile von Alexander Calder. Die international ausgerichtete Sammlung
zeitgenössischer Kunst zeigt Arbeiten von Dado, Jannis Kounellis, Donald Judd, Ian Hamilton Finlay, Sol
LeWitt, Francis Bacon, Dan Flavin, Panamarenko und Thomas Ruff. Besonders umfangreich ist die
Werkgruppe des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers.
Ancien Musée d'Art moderne