Gedenktafel Gerhard Klinkicht Stephansdom
Die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs sowie die Kämpfe im Stadtgebiet überstand der
Stephansdom ohne größere Schäden. Als am 10. April 1945 vom Turm eine weiße Fahne gehisst wurde,
erhielt der damalige Wehrmachtshauptmann Gerhard Klinkicht vom Kommandanten Dietrich den Befehl,
den „… Dom zunächst mit 100 Granaten in Schutt und Asche zu legen. Sollte das nicht ausreichen, ist bis
zu seiner völligen Zerstörung weiterzuschießen.Gerhard Klinkicht befolgte diesen Befehl nicht, eine
Gedenktafel am Dom erinnert an ihn.
Als am 11. April 1945 zivile österreichische Plünderer in Geschäften um den Steffl Feuer legten, griffen die
Brände in der Nacht zum 12. April, dem Tag als die Sowjetarmee einmarschierte, auch auf den Dom über
(brannte das Haus Stephansplatz 2 aus, und Funken wurden auf das Dach des Doms hinübergeweht, Bei
einem US-Luftangriff einen Monat zuvor sind lediglich die beiden großen Wasserleitungen im Dom
zerstört worden, dadurch konnte der Brand im April nicht rechtzeitig gelöscht werden. Dabei brannten
der Dachstuhl und der Glockenturm vollständig aus. Aufgrund der militärischen Lage waren keine
effektiven Löscharbeiten möglich. Die Pummerin stürzte bei diesem Großbrand aus dem Glockenstuhl ab
und zerschellte am Boden. Die wertvolle Walcker-Orgel von 1886 wurde durch den Einsturz des
brennenden Daches oberhalb der Westempore zerstört. Der Brand wurde nicht, wie oftmals behauptet
wird, durch Artilleriebeschuss verursacht, sondern durch Funkenflug, der von Geschäften in der
Umgebung ausging, die bei der Plünderung in Brand gesteckt worden waren.
Der Wiederaufbau des Stephansdoms, der unter anderem durch zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung
finanziert wurde (siehe auch: Stephansgroschen), begann sofort nach Kriegsende. Er wurde 1952 mit dem
Einzug der neu gegossenen Pummerin wiedereröffnet.
12 4 1945
Brand 1945