Museum für angewandte Kunst-info
Die Schausammlung zeigt kunstgewerbliche Gebrauchsgegenstände chronologisch vom
Mittelalter bis zur Gegenwart oder nach Herkunftsregionen geordnet.
Sammlungshighlights stellen hier die Bestände der Wiener Werkstte, Sesseln der Firmen
Thonet und Kohn, Möbel der Firma Danhauser, Gustav Klimts Werkzeichnungen zu einem
Fries im Palais Stoclet, das Porzellanzimmer aus dem Palais Dubsky Du Paquier, eine
Sammlung böhmischer und venezianischer Gläser, flandrischer und italienischer Spitzen,
Silber, Porzellane und Teppiche dar.
Als Eigentümer des Archivs der Wiener Werkstätte (WW) kann das MAK wie kein anderes Museum die Geschichte
und Bedeutung der Wiener Werkstte belegen. Das Archiv, das dem MAK 1955 von seinem letzten Besitzer Alfred
Hofmann geschenkt wurde, umfasst etwa 16.000 Entwurfszeichnungen, darunter 5.500 aus der Hand von Josef
Hoffmann, rund 20.000 Stoffmuster, Plakate, Entwürfe für Postkarten, Modellbücher, Fotoalben und
Geschäftskorrespondenz. Die wertvollen Bestände machen Entwurfsprozesse nachvollziehbar und zeigen
eindrucksvoll, wie die Wiener Avantgardisten mit ihrer erstmals bis ins kleinste Detail ausgefeilten, prägenden
Corporate Identity modernes Markendesign vermarkteten.
Das MAK verwahrt darüber hinaus die größte, in einem Museum vorhandene Sammlung von WW-Objekten und
deckt damit die gesamte Schaffensperiode der Wiener Werkstätte ab. Unter anderem besitzt das MAK den
umfassendsten Bestand an Möbeln, Objekten und Entwürfen Josef Hoffmanns weltweit. Die einzelnen Objekte sind
dem Material entsprechend über das Wiener-Werkstätte-Archiv hinaus den entsprechenden Teilen der MAK-
Sammlung zugeordnet.
Zu den wertvollsten im MAK vorhandenen Kunstwerke der Wiener Werkstätte zählen unter anderem ein frühes
Teeservice von Josef Hoffmann (1903), eine von Dagobert Peche entworfene Ehrengabe zu Josef Hoffmanns 50.
Geburtstag (1920), eine Prunkkassette von Koloman Moser (1906,) oder ein von Koloman Moser entworfener
Schreibschrank für die Familie Waerndorfer (1903/04,).
Einen der Höhepunkte der MAK-Sammlung stellt Gustav Klimts neunteilige Werkzeichnung zum Mosaikfries (um
1910) im Speisezimmer des von Josef Hoffmann entworfenen Palais Stoclet in Brüssel, zu sehen in der permanenten
Schausammlung des MAK, dar. Das Palais Stoclet, das als Hauptwerk der Wiener Werkstätte gilt, entstand im Auftrag
von Adolphe Stoclet in der Avenue de Tervuren in den Jahren 1906 bis 1911. Es symbolisiert am deutlichsten die
Utopie des Gesamtkunstwerks, einen Kerngedanken der Wiener Werkstätte.
Wiener Werkstätte