Mariendom Linz: Seit 2019 trägt der Dom ein skurilles
Kapitel zur bereits reichen Geschichte von bemalten
Kirchenfenstern bei. Wenn man das “Linzer Fenster” über
dem Beichtstuhl genauer betrachtet, entdeckt man eine
durchaus weltliche Szene. Ein offensichtlich betagter Herr
überreicht einer ihn andächtig anblickenden Frau ein nicht
sofort erkennbares Objekt. Es handelt sich um ein
Sparbuch das ihr vom Sparkassendirektor überreicht wird.
Letzterer “unterstützte” die Sanierung der Kirchenfenster
finanziell, und ließ sich dafür abbilden, d. h. ein Denkmal
setzen.
Marketing-Gag oder Eitelkeit? Wahrscheinlich beides*.
Sein Vorbild mögen die Medicis gewesen sein, die allerdings
tiefer in die Tasche greifen mussten als er um zu ihrer
Kapelle in der San Lorenzo Kirche in Florenz zu kommen. Die
Skulpturen Michelangelos waren noch nicht inbegriffen.
*Beim nachstöbern erfährt man dass besagte Frau die
Gesichtszüge seiner Hausmeisterin trägt. Honni soit qui mal y
pense.
2019