Mariendom Linz, ein Highlight, fürwahr
Der Dom trägt ein skurilles Detail zur bereits reichen Geschichte von
bemalten Kirchenfenstern bei. Wenn man das “Linzer Fenster” über
dem Beichtstuhl genauer betrachtet, sieht man eine durchaus weltliche
Szene. Ein offensichtlich betagter Herr überreicht einer ihn andächtig
anblickenden Frau ein nicht sofort erkennbares Objekt. Es handelt sich
um ein Sparbuch das ihr vom Sparkassendirektor überreicht wird.
Letzterer “unterstützte” die Sanierung der Kirchenfenster finanziell, und
ließ sich dafür abbilden, d. h. ein Denkmal setzen.
Marketing-Gag oder Eitelkeit? Wahrscheinlich beides*. Seine Vorbilder
mögen die Medicis gewesen sein, die allerdings tiefer in die Tasche
greifen mussten um zu ihrer Kapelle in der San Lorenzo Kirche in Florenz
zu kommen. Die Skulpturen Michelangelos waren da nicht inbegriffen.
KY 2022
*Beim nachstöbern erfährt man dass besagte Linzerin die Gesichtszüge seiner Hausmeisterin
trägt:
https://blog.promariendom.at/c/von-der-ersten-skizze-bis-zum-heutigen-linzer-fenster
Linzer Fenster