Die ExpertInnen gehen heute davon aus, dass Van Gogh das übermalte
Bild mit den Ringern 1885 oder 1886 malte, als er an der Kunstakademie
in Antwerpen Unterricht nahm. Er erwähnte eine derartige Komposition
in einem Brief an seinen Bruder. Die große Leinwand war dort ein
Standardformat für solche Studien. Als er nach Paris zog, nahm er das Bild
mit und übermalte es, eine für ihn typische Vorgehensweise, da er selten
genug Geld für neue Leinwände besaß.
Damit können auch die Punkte erklärt werden, die als Argumente gegen
die Zuschreibung des Bildes an Van Gogh sprachen: Das Format des
Bildes, das wesentlich größer ist als vergleichbare Blumenstillleben van
Goghs, und der überladene Vordergrund des Bildes. Die Größe des Bildes
wurde durch die bereits vorhandene Leinwand vorgegeben, und die
Blumen im Vordergrund waren nötig um zu verhindern, dass die Ringer
sich unter der Oberfläche abzeichneten.
Also doch echt.
Fazit : erst moderne moderne wissenschaftlich Untersuchungen mittels
Makro-Röntgenfluoreszenzanalyse machten es möglich ein als unecht
abgeschriebenes Gemälde 19 Jahre später für echt zu erklären. Es war
nicht der erste Erfolg dieser Technik beim Aufspüren von übermalten
Gemälden. Auf ähnliche Weise gelang bereits 2007 der Nachweis eines
weiblichen Kopfporträts unter einem Rasenbild (Grasgrond) Van Goghs
im Kröller-Müller-Museum.
Bleibt das ungelöste Rätsel der "ungelenken» Signatur in der rechten
oberen Ecke. Vielleicht doch nicht echt? Oder doch gelenk?