Vincent Van Gogh - Sturm am Den Haager Seebad
Scheveningen
Van Gogh entschloss sich erst spät mit 27 Jahren (1880)
Künstler zu werden. Damals war Scheveningen noch ein
Fischerdorf in dessen Kurhaus noble Gäste wie Kaiserin
Elisabeth (Sissi) und Kaiser Franz Joseph I. verkehrten.
An einem Sommertag des Jahres 1882 stellte Van Gogh seine
Staffelei am dortigen Strand auf und malte eines seiner
ersten Ölbilder. Es war ein stürmischer Augusttag, an dem
die Fischer mit Hilfe ihrer Frauen die Boote in Sicherheit
brachten. Van Gogh malte es unter Anleitung seines
angeheirateten Cousins, dem Maler Anton Mauve. Mit
Erfolg, wie man am dicken Pinselauftrag (Impasto) der
überaus realistisch dargestellten sich brechenden Wellen
sieht. Bei späteren Untersuchungen wurden im Farbauftrag
sogar noch Sandkörner gefunden, die der Sturm offenbar
aufwirbelt hatte. Das Bild wurde ja im Freien gemalt, wie bei
vielen Impressionisten üblich.
Close-up
Hundertzwanzig Jahre später 2002 wurde das Bild aus dem
Van-Gogh-Museum in Amsterdam gestohlen, und zwar auf
relativ kühne Art. Die Diebe kletterten mit einer Leiter auf
das Dach, zerschlugen eine Fensterscheibe, seilten sich in
den Ausstellungsraum ab, und schalteten die Alarmanlage
aus. Zwar wurden sie bald gefasst, doch sie verrieten nicht,
wo sich die wertvollen Werke befanden.
Erst nach 14 Jahren (2016) fanden italienische Ermittler die
Bilder bei einer Drogenrazzia in einem Haus in der Nähe von
Neapel, das dem inhaftierten Drogenbaron Raffaele
Imperiale gehörte. Das Gemälde wurde restituiert, musste
allerdings restauriert und neu gerahmt werden, denn es war
während des Diebstahls - insbesondere in der linken unteren
Ecke stark beschädigt, und aus dem Originalrahmen
herausgelöst worden.