Jan van Eyck - Die Arnolfini-Hochzeit
Überraschungen am laufenden Band
Viel wurde über die Symbolik dieses Doppelportrait geschrieben, weniger
über den Auftraggeber und die dargestellten Personen, sowie über
manche Bilddetails wie Spiegel und Signatur.
Jan van Eyck erhielt 1434 den Auftrag von Giovanni Arnolfini (in Flandern
"Hernoult le Fin“genannt) ihn und seine zukünftige Frau Giovanna
Cenami in einem Hochzeitsgemälde darzustellen. Die Arnolfinis waren
eine mächtige Kaufmannsfamilie aus Lucca in der Toskana, die in Brügge -
wo das Bild entstand - und in Paris ihren Haupthandel mit Seide trieben;
Giovanni († 1472), stand in engen Handelsbeziehungen mit Philipp II dem
Guten von Burgund († 1467) und Ludwig XI. († 1483), König von
Frankreich von 1461-1483. Letzteren hatte Giovanni in den Jahren 1456-
1461, als er vor seinem Vater Karl VII. geflohen war und in Burgund im
Exil gelebt hatte, bereitwillig mit Geld, Tuchen und Kleidung versehen.
Dafür wurde er 1461, als Ludwig XI. König von Frankreich wurde, zum
Generaleinnehmer der Normandie erklärt. Ob Giovanni auch tatsächlich
auf dem Hochzeitsbild abgebildet wurde, ist aber fraglich. Die Hochzeit
fand nämlich erst 13 Jahre später (1447) statt. Es könnte sich bei den
dargestellten Personen also um andere Mitglieder der Arnolfini Familie
handeln. So weit zum Auftraggeber und den dargestellten Personen.