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In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden,
dass Rubens das 'Mädchen im Pelz' ca. hundert
Jahre später zu Studienzwecken kopierte. Das
Resultat hängt heute als "Girl in a fur wrap" in
Brisbane. Alles ist gelungen und getreu
wiedergegeben, insbesondere der Schmuck und der
Pelz, aber nicht das Gesicht des Mädchens. Es
erscheint weniger sanft und mehr «kantig» als das
Original, insbesondere die Kinnpartie, und ist
eindeutig weniger attraktiv.
Die unbekannte Person des 'Mädchen im Pelz'
diente Tizian offenbar als Modell. Da es sich um
dieselbe Person handelt die auch für die "Venus von
Urbino" posierte, war sie vielleicht die Mätresse des
Auftraggebers, des Herzogs von Urbino. Auch ist
bekannt, dass sich Tizian „Dirnen als Modelle fürs
Nackte“ hielt, und dass sich venezianische
Kurtisanen barbusig porträtieren ließen, um ihre
Bildnisse den Liebhabern zu schenken, oder um sich
von ihnen damit zu „Werbezwecken“ beschenken zu
lassen. Dagegen spricht jedoch, dass viele Figuren
idealisiert erscheinen, und daher kaum als
individuelle Porträts angesehen werden können.
Mädchen mit Federhut
Portraits