Tizian - Franz I. und Sultan Süleyman I. Initiatoren des Französisch-
osmanischen Bündnisses (Collage der Porträts von Tizian)
Das französisch-osmanische Bündnis stellte eine in der Frühen Neuzeit über viele Jahre
hinweg stetig reaktivierte politische Konstellation dar. Das katholische Frankreich, zur
damaligen Zeit eine der Großmächte Westeuropas, befand sich in einer Art
Einkesselungssituation zwischen den Besitzungen der Habsburger im Heiligen
Römischen Reich (den habsburgischen Erblanden, Österreich, sowie dem
habsburgischen Anteil des burgundischen Erbes, vorrangig in etwa den heutigen
Niederlanden und Belgien) und dem habsburgischen Spanien. Die spanische Weltmacht
war unter Karl V. sowie unter seinen Nachfolgern in langwierige, stets neu
entflammende Kriege mit dem Königreich Frankreich verwickelt. Die Osmanen auf der
anderen Seite waren seit der Mitte des 15. Jahrhunderts erneut erstarkt und
beabsichtigten eine Ausweitung ihres Machtbereichs in ihren europäischen Gebieten,
wobei die Hauptauseinandersetzung im 15. Jahrhundert zunächst in den Kriegen gegen
Ungarn bestand.