Tinguely
Banksys “Girl with Balloon” war nicht die erste “akkordierte Inszenierung, die in die Geschichte des
Kunstmarktes einging”. Im Jahre 1960 inszenierte Jean Tinguely im Skulpturengarten des Museum
of Modern Art seine öffentliche “Homage to New York”, ein 7 Meter hohe Ungetüm aus Rädern,
Ölkanistern, Feuerlöschern, Badewannen, Flaschen und anderen Alltagsgegenständen, dessen
eingebauter Mechanismus das akribisch aufgebaute Kunstwerk in kaum einer halben Stunde
zerstörte. Die überreste können noch heute im MoMA bewundert werden. Es handelt sich mW um
das erste sich selbst zerstörende Kunstwerk überhaupt.
https://www.youtube.com/watch?v=5DZGu6xDKbM
Tinguelys damalige Botschaft: Die permanente Erneuerung durch Zerstörung.
Bansky: weil der Schredder gestoppt wurde !
Die Genialität der Aktion lag m.E, weniger darin den Schredder in Gang gesetzt zu haben, sondern
ihn im richtigen Moment gestoppt zu haben. Damit kann das Bild weiterhin als Zeugnis einer im
Auktionsbetrieb beispiellosen Aktion aufgehängt werden, was mit den Papierschnitzeln eines völlig
zerschredderten Bildes nicht möglich gewesen wäre.
https://derstandard.at/2000088934431/Warum-Banksys-geschreddertes-Werk-nun-noch-mehr-
wert-ist#posting-1035202750
Jean Tinguely with his work "Homage to New York"