Giovanni Segantini
1858-1899 (41)
Geboren als Österreicher in Arco (Trentino-Südtirol, öst. Kaiserreich); verlor Mutter (sie starb 36-jährig) mit 7
Jahren, Einfluss auf seine Malerei; realistischer Symbolisismus; Meister der Hochgebirgslandschaft, Version der
piontillistischen Maltechnik; verlor Staatsbürgerschaft als 7-jähriger auf Betreiben seiner Halbschweser
(repressive Gesetze für ital. Staatsgebiet); Van Gogh der Alpenmalerei. Maloja, Soglio; Im Jahre 1903 fertigte
Paul Klee die groteske und satirische Radierung Jungfrau (träumend) an, die eine starke Affinität zu Segantinis
Gemälde Die bösen Mütter aufweist und die eine der ersten, aus einer bis 1905 entstandenen Serie von zehn
Radierungen ist, die Klee Inventionen nannte. Den Musiker Anton Webern inspirierte 1905 das Alpentriptychon
zu einem ersten Streichquartett. Museum St Moritz mit Alpentriptychon (Trittico delle Alpi). Giovanni
Segantinis Sohn Mario stand 1911 wegen Betrugs und Urkundenfälschung in Berlin vor Gericht, war ebenfalls
Maler, allerdings nur ein minder erfolgreicher. Zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes signierte er eigene
Werke mit dem Namen des Vaters. 23 Bilder insgesamt, die er sodann veräußerte. Das Landesgericht Berlin
verurteilte ihn schließlich zu neun Monaten Gefängnis.
1890
Familie Segantini in Maloja, 1898: von links Gottardo, Giovanni,
Bice, Mario, Baba Uffer, Alberto, Bianca Museum St Moritz