1945 konfiszierten es die amerikanischen Besatzungsbehörden und
gaben es 1947 an das Bundesdenkmalamt weiter, zusammen mit
weiteren Schiele-Werken, die Welz von dem von den
Nationalsozialisten ermordeten Zahnarzt Heinrich Rieger an sich
gebracht hatte. Mit dem Konvolut des letzteren restituierte das
Bundesdenkmalamt 1950 irrtümlich auch das Bildnis Wallys an die im
Ausland lebenden Rieger-Erben. Dies stellte sich als ein
folgenschwerer Irrtum heraus. Da den Rieger-Erben der volle Umfang
der Riegerschen Sammlung, wie sie 1938 bestanden hatte, nicht
bekannt war, gingen sie davon aus, das Bild hätte ihrem Vater gehört
und verkauften es noch im gleichen Jahr an die Österreichische
Galerie Belvedere. Von dort erwarb es der auf Schiele spezialisierte
Kunstsammler Rudolf Leopold im Tauschweg.
Damit begannen das Schlamassel. Als Leopold das Bild Anfang 1998
im Zuge einer Schiele-Ausstellung im Museum of Modern Art (MoMA)
als Leihgabe zur Verfügung stellte, wurde es auf Antrag der Erben von
Lea Bondi-Jaray in New York wegen NS-Raubkunstverdacht
beschlagnahmt. Erst nach einem zwölf Jahre andauernden komplexen
Rechtsstreit kam es 2010 zu einer außergerichtlichen Einigung, Wally
kehrte nach einer Zahlung von 19 Mio $ nach Wien zurück. Von wem,
wurde nicht gesagt.