Rembrandt van Rijn - Saul and David
Das Flickwerk eines alten Meisters
Das Gemälde zeigt Saul, den ersten König Israels, und den Harfe-
spielenden David. Saul war depressiv, denn als König war er
überfordert, und fand nur in der Musik Erleichterung. Aus Dankbarkeit
ernannte er seinen Musiktherapeuten zum Heerführer, versuchte aber
bald darauf sich dessen zu entledigen, denn er war eifersüchtig auf
seinen Erfolg bei Volk. Dazu schickte er ihn in ein Gefecht, aus dem er
ihm 100 Vorhäute von getöteten Philistern bringen sollte (ja, nur die
Vorhäute, nicht den Rest). Saul ging davon aus, dass David dabei
sterben würde. Falls es ihm aber dennoch gelänge die Vorhäute zu
erbeuten, versprach er ihm seine Tochter Michal zur Frau. So steht es
zumindest im Alten Testament.
David kam mit 200 Vorhäuten zurück, was die Eifersucht des Alten nur
noch vergrösserte. Als er ihn töten wollte, wurde er von seinen eigenen
Kindern desavouiert und brachte sich schliesslich um.
Das alles sehr klingt mehr nach griechischer Tragödie und gar nicht
nach Altem Testament, war es aber ein ideales Bildmotiv für
Rembrandt. Er malte die Figuren lebensgross. Sauls Gesicht versteckte
er zur Hälfte hinter einem Vorhang und liess ihn eine Träne aus dem
Gesicht wischen, während er David Harfe zupfend vor ihm knien liess.