Rembrandt van Rijn - Saul and David
Das Flickwerk eines alten Meisters
Das Gemälde zeigt Saul, den ersten König Israels, und den Harfe-
spielenden David. Saul war depressiv, denn als König war er
überfordert, und fand nur in der Musik Erleichterung. Aus Dankbarkeit
ernannte er seinen Musiktherapeuten zum Heerführer, versuchte aber
bald darauf sich dessen zu entledigen, denn er war eifersüchtig auf
seinen Erfolg bei Volk. Dazu schickte er ihn in ein Gefecht, aus dem er
ihm 100 Vorhäute von getöteten Philistern bringen sollte (ja, nur die
Vorhäute, nicht den Rest). Saul ging davon aus, dass David dabei
sterben würde. Falls es ihm aber dennoch gelänge die Vorhäute zu
erbeuten, versprach er ihm seine Tochter Michal zur Frau. So steht es
zumindest im Alten Testament.
David kam mit 200 Vorhäuten zurück, was die Eifersucht des Alten nur
noch vergrösserte. Als er ihn töten wollte, wurde er von seinen eigenen
Kindern desavouiert und brachte sich schliesslich um.
Das alles sehr klingt mehr nach griechischer Tragödie und gar nicht
nach Altem Testament, war es aber ein ideales Bildmotiv für
Rembrandt. Er malte die Figuren lebensgross. Sauls Gesicht versteckte
er zur Hälfte hinter einem Vorhang und liess ihn eine Träne aus dem
Gesicht wischen, während er David Harfe zupfend vor ihm knien liess.
Wie viele andere Personen noch auf dem Bild waren ist unbekannt,
denn das Gemälde wurde im 19. Jhdt zum Teil zerstückelt und stark
übermalt und später wieder zusammengeflickt. Es tauchte 1830 bei
einer Versteigerung in Paris auf, und kam 1898 ins Mauritshuis.
Bis Ende der 1960er Jahre galt es als eines der schönsten Werke
Rembrandts. Dann begannen aber führende Experten an seiner
Echtheit zu zweifeln. Das Bild stamme nicht vom Meister selbst,
sondern von seinen Schülern. Die Zweifel waren verständlich.
Schließlich war das Gemälde von einer dunklen Schicht bedeckt und
an mehreren Stellen dick übermalt worden. Erst nach 8 Jahren
intensiver Forschungsarbeit gelang es 2015 das Bild als einen echten
Rembrandt zu authentifizieren. Ausschlaggebend waren
wissenschafliche Analysen mittels Röntgenfluoreszenz. Anhand von
Pigmentunterschieden wurde festgestellt dass es in zwei Etappen
gemalt wurde. Röntgenbilder zeigten zudem das wahre Ausmass der
Zerstückelung. Das Bild ist ein Patchwork von 15 verschiedenen
Stücken Leinwand, ergänzt durch ein Stück alter Leinwand (darauf
wurde unsprünglich ein Porträt von Anthony van Dyck kopiert) sowie
weitere Streifen von Leinwänden die zur Restauration genutzt wurden.
Zwei große Stücke, eines mit Saul und das andere mit David, sind
allerdings noch original.
Wenigstens das. Seither hängt der Fleckerlteppich wieder an seinem
angestammten Platz im Mauritshuis.