Während der französischen Besatzung wurde das Gemälde unter den
Fußböden des Trippenhuis versteckt, wo es angeblich derart
verschmutzte, dass Napoleons Gier darauf verflogen sei. Während der
deutschen Besetzung von 1942 bis 1944 wurde es nacheinander an
mehreren Orten versteckt, und schliesslich in gerolltem Zustand in den
Kalksteingruben von Sint Pietersberg bei Maastricht gelagert, was ihm
sicher auch nicht gut tat. Dann beschädigte es 1975 ein psychisch kranker
Mann mit Messerstichen. Einen weiteren Anschlag gab es im 1990, als
ein Mann Schwefelsäure auf das Gemälde spritzte. Ein Museumswärter
eilte hinzu und schüttete demineralisiertes Wasser auf die Stelle, das die
Säure neutralisierte. Ein größerer Schaden wurde so verhindert, aber die
Zeit war gekommen das Gemälde zu restaurieren.
Im Rahmen des Rembrandt Research Project (RRP) wurde das Gemälde
auch auf seine Echtheit und Eigenhändigkeit untersucht. Grund: seit des
Bestehens des RRP in den 1960er Jahren blieben von den 611 Gemälden,
die dem Maler noch 1935 zugeschrieben wurden, nur 340 übrig. Die
Nachtwache ist nun endgültig dabei. Zum Glück, denn nachdem sich die
Flamen und Wallonen von den Niederlanden 1830 abgespaltet hatten
und mit ihrem Rubens ein eigener Staat wurden, mussten sich die
Niederländer einen neuen Nationalhelden suchen, und das wurde
Rembrandt mit seiner Nachtwache. Man sieht sie im Rijksmuseum, das
weltweit die größte Rembrandtsammlung enthält.