Rembrandt van Rijn - Jacob de Gheyn III
Klein aber fein und vier Mal gestohlen
Das kleinformatige Portrait aus dem Jahr 1632 stammt aus Rembrandts
Jugendzeit. Es zeigt den Maler und Graveur Jacob de Gheyn (1596-
1641), und hat ein Pendant das dessen Freund Maurits Huygens (1595-
1642) Sekretär des Staatsrats in Den Haag, zeigt, beide in derselben
Grösse und ähnlicher Pose als Halbfigurenportrait, und beide auf Eiche
gemalt. De Gheyn vermachte sein Bildnis einen Tag vor seinem Tode
testamentarisch Huygens sodass beide Portraits vermutlich eine Zeit
lang nebeneinander hingen, so wie es geplant war. Heute ist jenes von
de Gheyn im Bestand der Dulwich Picture Gallery, und jenes von
Huygens im Bestand der Kunsthalle Hamburg. Amüsant beim de Gheyn
Portrait ist nur dass es vom Bruder von Maurits, Constantijn Huygens,
für den Mangel an Ähnlichkeit wie folgt kritisiert wurde: “If De Gheyn’s
face had happened to look like this, this would have been an exact
portrait of De Gheyn.” Ob gerechtfertigt oder nicht, bleibt
dahingestellt.
Das Gemälde hatte später ein ganz anderes Problem: sein kleines
Format von 20 x 25 cm, das es ideal als Zielscheibe für einen Diebstahl
macht. Genau dies passierte dem Gemälde, und zwar gleich viel mal im
Zeitraum von 1966-86.
Maurits Huygens
Jacob de Gheyn
Dieser Umstand brachte ihm nicht nur einen Eintrag ins Guinness
Buch der Rekorde als meistgestohlenes Gemälde der Welt ein,
sondern auch den Namen "take-away Rembrandt".
Die Diebstähle verliefen immer glimpflich, denn das Bild konnte
jedes Mal wiedergefunden werden, einmal unter der Parkbank
eines Friedhofs in England, einmal in der Gepäcksaufbewahrung
eines Bahnhofs in Deutschland und dann wieder auf dem
Gepäckträger eines Fahrrads, und somit an seinen angestammten
Platz zurückkehren. Ob dies auch in Zukunft der Fall sein wird, ist
unsicher.
Falls das Gemälde nicht wieder geklaut wurde, kann es also in der
Dulwich Picture Gallery bewundert werden, wo es "üblicherweise"
hängt.
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