Dies brachte die französische Kulturministerin Fleur Pellerin
(Regierung Manuel Valls II unter François Hollande) derart auf die
Palme, dass sie nach einer zusätzlichen Finanzierung suchte. Mit
Erfolg. Dank einer Spende der französischen Zentralbank von 80
Millionen Euro legte sie ihrerseits ein Angebot auf den Tisch. Dies
führte schließlich zu Verhandlungen zwischen Frankreich und den
Niederlanden mit dem ungewöhnlichen Resultat, dass beide
beschlossen die Portraits von Rembrandt gemeinsam zu erwerben
(2015).
Ein Jahr später (2016) war es so weit: in einem Festakt im Louvre
wurde die erste öffentliche Ausstellung der Pendants durch François
Hollande und das holländische Königspaar, Willem-Alexander und
Maxima eingeweiht. Seither werden sie wechselweise im Louvre
und im Rijksmuseum gezeigt.
Fazit: dieses Ergebnis ist nicht nur vorbildhaft für die Europäische
Zusammenarbeit in Kultursachen, sondern auch ein schönes
Beispiel für das Verantwortungsbewusstsein einer Kulturministerin.
Dies steht im Kontrast zur Kulturpolitik anderer Länder, etwa
Österreichs, deren damalige Kulturministerin tatenlos zuschaute,
wie dem Land Klimts Adele "weggeschnappt" wurde.
Klimt Adele
Inauguration Louvre 2016