Raffael - Die Schule von Athen
1510/11 Fresko 7.7 m lang, Stanza della Segnatura des Vatikans (ursprünglich der Saal für die
Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes) für Papst Julius II. Teil eines Zyklus, der neben der
„Schule von Athen“ den „Parnass, die „Disputatio“ (Erläuterung des Altarssakraments) und die „Kardinal-
und die göttlichen Tugenden und das Gesetz“ darstellt. Der Titel des Bilds verweist auf die herausragende
philosophische Denkschule des Griechenlands, verkörpert von ihren Vorläufern, Hauptvertretern und
Nachfolgern. Im Zentrum die Philosophen Platon und Aristoteles. Das Fresko verherrlicht im Sinne der
Renaissance das antike Denken als Ursprung der europäischen Kultur, ihrer Philosophie und
Wissenschaften.
In Raffaels berühmtem Fresko "Die Schule von Athen", einst zur Zierde der Papstgemächer in Auftrag
gegeben, sind die wichtigsten Denker des antiken Griechenland abgebildet. Pythagoras ist am linken
unteren Rand zu finden, als glatzköpfiger Mann, der unter den Augen von Schülern Teile seiner
Harmonielehre in ein Buch schreibt.
https://www.derstandard.at/story/2000144427419/wie-ein-antiker-geheimbund-unabsichtlich-die-tuer-
zum-unendlichen-aufstiess
https://deutsch.wikibrief.org/wiki/The_School_of_Athens
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schule_von_Athen
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/68/Raffael_058.jpg
Detail from 'The School of Athens', including Greek
philosophers, Diogenes (lying on staircase, left),
Euclid or Archimedes bending talking to students,
and Strabo or Zoroaster talking to Ptolemy (right).
Raphael (1483 - 1520), painted between 15091511
(Apostolic Palace, Vatican City)
Raffael-Die Schule von Athen
150811, Vatikan
Ausschnitt : Euklid (od. Archimedes (?) )
zeichnend; als Porträt des Architekten
Bramante gedeutet; hinter ihm soll Kardinal
Pietro Bembo dargestellt sein.
Archimedes
Parmenides
So ist auch Michelangelo als Heraklit am rechten Bildrand zu
finden, und Leonardo da Vinci erscheint als Platon. Am
rechten Bildrand hat Raffael sich selbst inmitten der
aristotelischen Geistesgrößen verewigt.
Heraklit (verkörpert durch Michelangelo)
Die Schule von Athen - Fresko-Ausschnitte
Selbstbildnis Raffael, Detail aus Die Schule von Athen
1510/11 Stanzen des Vatikans
6
The balding man with the grey beard in the
middle of this group, who is dressed in green,
is obviously the Athenian philosopher Socrates
(lived c. 470 399 BC), who is easily
recognizable from his portrait busts:
Quiz 7
Hypatia: Tod für die Wissenschaft
Die berühmteste Gelehrte des antiken Alexandria wird wiederentdeckt
Sie war die berühmteste Mathematikerin der Antike, die letzte Leiterin der
Gelehrtenschule von Alexandria und sie starb für ihren Glauben an die Freiheit der
Forschung und die Unabhängigkeit der Wissenschaft: Hypatia von Alexandria. Lange Zeit
war sie in Vergessenheit geraten, doch jetzt erzählt ein neuer Kinofilm ihre Geschichte.
8
The cheerful-looking man in the top left, who is dressed in light blue,
wearing a garland, and reading a book is most likely the philosopher
Epikouros of Samos (lived 341270 BC), the founder of the
philosophical school of Epicureanism, which held that pleasure is the
greatest good and that the goal in life in to maximize pleasure and
minimize suffering.
9
This man is almost certainly the Cynic philosopher Diogenes of Sinope (lived c. 412 c. 323
BC), who was notorious for living in the streets. According to the third-century AD Greek
biographer Diogenes Laërtios, among Diogenes’s only possessions were his cloak and a
wooden bowl. These are exactly the two objects we see next to him here in the painting.
Darstellung des Platon, verkörpert durch
Leonardo da Vinci, auf dem Fresko „Die Schule
von Athen“, Raffael, um 1510.
Bildbeschreibung:
„Die Schule von Athen
Das Bild Die Schule von Athen ist ein Wandgemälde (Fresko) des italienischen Malers Raffael (*1483, 1520). An seiner breitesten Stelle misst es 7,70 m. Raffael malte es von
1510 bis 1511 in der Stanza della Segnatura („Saal für die Unterschriftsleistung“) im Vatikan von Rom. Der Bildtitel Die Schule von Athen geht auf Giovanni Pietro Bellori
zurück, der diesen Titel im Jahr 1695 erstmals genannt hat. Das Fresko thematisiert die große Bedeutung der philosophischen Denkschule der griechischen Antike. In Raffaels
Wandgemälde wird diese von ihren Vorläufern, Hauptvertretern und Nachfolgern repräsentiert. Ganz im Sinne der Renaissance idealisiert das Fresko das Denken der Antike
und verweist auf sie als Ursprung der europäischen Kultur, ihrer Wissenschaften und Philosophie.
Die dargestellten Wissenschaftler und Philosophen befinden sich in einem zentralperspektivisch konstruierten, monumentalen Innenraum im Stil der Renaissance, der nach
hinten offen ist. Die Versammlung zeigt nicht nur eine Gruppe der maßgeblichen Wissenschaftler und Philosophen der Antike, sondern fügt einige wenige aus der Zeit der
Renaissance hinzu: So ist auch Michelangelo als Heraklit am rechten Bildrand zu finden, und Leonardo da Vinci erscheint als Platon. Am rechten Bildrand hat Raffael sich selbst
inmitten der aristotelischen Geistesgrößen verewigt. Man kann daraus schließen, dass es Raffaels Absicht gewesen sein muss, die Ideen des antiken Griechenlands nicht nur
wiederzubeleben und zu verherrlichen, sondern diese ganz im Sinne der Renaissance weiterzuführen.
Im Bildvordergrund sind auf der linken Seite Mathematiker und weitere Wissenschaftler sowie einige Künstler zu sehen, die in wissenschaftlichen Schriften lesen oder
schreiben, angeregt diskutieren oder intensiv sinnieren. Die Gruppe vorne rechts besteht zum einen aus einer Schülerschar, die sich um einen Mathematiker gruppiert, der
mit dem Zirkel hantiert. Vermutlich handelt es sich um Euklid oder Archimedes in der Gestalt von Bramante.
Die zweite Gruppe rechts davon diskutiert offensichtlich über das Planeten- bzw. Sonnensystem, symbolisiert durch zwei Kugeln, die für die Himmelkörper stehen. Der
griechische Astronom und Mathematiker Ptolemäus steht mit dem Rücken zum Betrachter und hält eine der beiden Kugeln in der Hand. Auf diese Weise veranschaulicht
Raffael, dass das geozentrische ptolemäische Weltbild ins Wanken geraten und durch das heliozentrische kopernikanische Weltbild zu ersetzen war. (Die beiden
Mathematiker und Astronomen Nikolaus Kopernikus und Galileo Galilei hatten durch Berechnungen und astronomische Berechnungen nachgewiesen, dass das geozentrische
ptolemäische Weltbild falsch war.)
Die beiden zentralen Figuren des Bildes sind die zwei größten antiken griechischen Philosophen Platon (links) und Aristoteles (rechts). Platons Hauptthema war die Frage, wie
gesichertes Wissen erreicht werden kann und wie es von bloßen Meinungen zu unterscheiden ist. Seine vertikal erhobene Hand symbolisiert die Transzendenz der sinnlichen
Welt.
In der linken Bildhälfte um ihn herum gruppieren sich die Anhänger Platons, der in Gestalt des Leonardo da Vinci erscheint. Die Gruppe der Philosophen befindet sich im
Hintergrund. Etwas weiter links ist der Philosoph Sokrates zu sehen, Platons Lehrer.
Rechts von Platon ist sein Schüler Aristoteles abgebildet, der seine Schriften zur Ethik in der linken Hand hält. Die horizontale Gebärde der rechten Hand symbolisiert den
Hinweis auf die ethische Organisation der Welt. Neben seinen ethischen Schriften systematisierte Aristoteles die Wissenschaften und formulierte grundlegende
wissenschaftliche Erkenntnismittel.
Die Personengruppe rechts von Aristoteles huldigt zum einen offenkundig dem großen Philosophen, zum andern scheint sie ihn in ein eine angeregte Diskussionen verwickeln
zu wollen.
Das gesamte Geschehen auf Raffaels gewaltigen Fresko bringt zum Ausdruck, dass in der Renaissance der dunkle Aberglauben des Mittelalters durch die Welt der Ratio und
wissenschaftlichen Erkenntnis abgelöst werden sollte. Die antiken Philosophen, ihre Ideen und Erkenntnisse lebten in den Geistesgrößen der Renaissance nicht nur weiter,
sondern sie führten weit darüber hinaus, zum Beispiel in der Gestalt von Leonardo da Vinci, der um 1500 bereits Flugmaschinen, Seilzüge, Schleusen, Hebevorrichtungen,
Kettenantriebe und viele weitere Maschinen konstruierte. Die Erforschung der Naturgesetze ermöglichte den technischen Fortschritt: Die Neue Welt war entdeckt und die
Neuzeit hatte begonnen.
12
The bearded, balding man in the center of the group, who is writing in a large
tome, is without a doubt the pre-Socratic Greek philosopher Pythagoras of
Samos (lived c. 570 c. 495 BC)
The long-haired young man beside him is clearly presenting him with a slate
depicting a diagrammatic representation of a lyre, a kind of ancient Greek
string musical instrument, with the tetraktys, an equilateral triangle composed
of ten dots arranged in four rows, drawn below it. The lyre represents the fact
that the Pythagoreans were known for their explorations of music theory and
the tetraktys was a Pythagorean sacred symbol.:
Die Tetraktys spielte in der pythagoreischen Kosmologie und
Musiktheorie eine zentrale Rolle, da man in der Tetraktys den Schlüssel
zum Verständnis der Weltharmonie sah.
Gesamtheit der Zahlen 1, 2, 3 und 4, deren Summe 10 ergibt, als
Grundzahl des Dezimalsystems diente,
In der Musik stellten die Pythagoreer fest, dass die harmonischen
Grundkonsonanzen Quarte,Quinte und Oktave, denen die
Zahlenverhältnisse 4:3 (= 8:6), 3:2 (= 9:6) und 2:1 (= 12:6) zugeordnet
wurden, mit den vier Zahlen der Tetraktys ausgedrückt werden können
Pythagoras
Tetraktys
Raffael, Schule von Athen (Karton), Kohle und Bleiweiß auf Karton, 285 × 804 cm (Pinacoteca Ambrosiana, Mailand
https://artinwords.de/mailand-pinacoteca-ambrosiana-raffaels-karton-der-schule-von-athen/
Quiz 14
Im 18. Jahrhundert feierte die Tapisserie ein Revival. Sogar Raffaels bekanntes Fresko "Die
Schule von Athen" wurde kopiert und zu einem Wandbehang gewebt. Auftraggeber
Ludwig XIV.. Als Geschenk wurde das Exemplar Kaiser Joseph II. übergeben, der es nach
Wien kutschieren ließ und in seine Sammlung aufnahm.
https://www.derstandard.at/story/3000000188388/als-wandteppiche-der-letzte-schrei-
waren
KHM Wien
Twombly - School of
Athens
1964
Raffael - Krönung Karls des Großen durch Leo III
1516 Fresko Stanza dell'Incendio Borgo.Die Krönung Karls des Großen, die in der
Weihnachtsnacht des Jahres 800 stattfand, begründete das Heilige Römische Reich. Sehr
wahrscheinlich spielt das Fresko auf den 1515 geschlossenen Friedensvertrag zwischen dem
Heiligen Stuhl und Frankreich an, da Papst Leo III. (795-816) die Züge Leos X. und Karl der