Die berühmteste Darstellung eines Anfallkranken in der Malerei findet
sich bei Raffael: Das letzte Bild Raffaels, die Transfiguration Christi, ist in
2 Teile gegliedert: Der obere Teil stellt die Verklärung (Transfiguration)
Christi dar, der untere zeigt die Heilung (bzw. die ihr unmittelbar
vorangehende Szene) des "mond-süchtigen“ (anfallkranken) Knaben,
die in den Evangelien der Synoptiker (Matthäus, Markus, Lukas)
unmittelbar auf die Beschreibung der Verklärung folgt.
Die dargestellte Szene zeigt, wie der Vater (hoffnungsvoll - deshalb wohl
im grünen Gewand gemalt) seinen Sohn zu den Jüngern bringt. Im
Augenblick, den das Gemälde festhält, erleidet der Junge einen Anfall:
Er kann seine Position offensichtlich nicht halten und muss deshalb vom
Vater gestützt werden. Die Gliedmaßen des Knaben sind im Anfall
verspannt (tonisch) und verdreht, der Mund ist leicht geöffnet, die
Lippen sind bläulich verfärbt, die Augen starr in Schielstellung. Es ist
wohl einer der Anfälle, die den "Mondsüchtigen", wenn er sich nicht in
der Obhut seiner Angehörigen befindet, "ins Feuer oder ins Wasser"
wirft.
http://www.epilepsiemuseum.de/deutsch/kunst/transfiguration.html
Raffael Transfiguration (Detail)
Epilepsie
Kopf- und Handstudie zu Raffaels letztem Gemälde „Transfiguration“,
1519-20 (Ausschnitt Kopfstudie). ©Ashmolean Museum, University
of Oxford
Foto KY