Besitzer der Gemälde war der Rotterdamer Geschäftsmanns Willem
Cordia. Über den Marktwert seiner Bilder kursierten in Fachkreisen und
Medien Schätzungen zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Der
nachweisbare Versicherungswert betrug jedoch nur 18,1 Millionen Euro.
Dieser Betrag wurde im Februar 2013 von einem Konsortium bei Lloyd’s
of London ausgezahlt. Ein klarer Fall von Unterversicherung. Da ist
jemand gut weggekommen dabei.
Die Diebe wurden gefasst und vom Gericht in Bukarest zu
Gefängnisstrafen verurteilt. Die Mutter des Hauptverurteilten hatte
zunächst erklärt, die gestohlenen Bilder in ihrem Ofen verbrannt zu
haben. Später widerrief sie dies. Ob die Bilder verbrannt oder irgendwo
versteckt wurden, bleibt unklar. Hinweise deuten jedoch auf
Verbrennung hin: Kleine Nägel aus Stahl und Kupfer zur Befestigung der
Leinwand, die „nicht industriell hergestellt“ worden seien und demnach
aus dem 19. Jahrhundert stammten. Dies sei das entscheidende Indiz.
Gefunden wurden zudem Reste von Grundierstoff aus Kreide und Leim
sowie mineralische Pigmente für Ölfarben - lauter zeittypische
Materialien. Die Chancen den Harlekin wiederzufinden stehen also
schlecht.
Auch andere Mütter vernichten Gemälde die von ihren Söhnen,
gestohlen wurde, etwa Cranachs Sybille von Cleve (Breitwieser). Ist
Dummheit erblich?
Cranach