Pablo Picasso -Tête d'Arlequin
Rotterdamer "Kunstraub" war ein Diebstahl, Ist das
unterversicherte Gemälde im Ofen gelandet?
Viel ist nicht übriggeblieben von Picassos Harlekin. Im Rahmen einer
Jubiläumsausstellung in der neu eröffneten Rotterdamer Kunsthalle im
Jahre 2012 wurde er gestohlen und ist seither spurlos verschwunden.
Zwei Rumänen waren in der Nacht vom 15. zum 16. Oktober in das
Museum eingebrochen und hatten das Bild (neben 6 anderen, etwa von
Matisse, Gauguin, Monet...) in weniger als drei Minuten mitgenommen.
Sie hatten laut Polizeiangaben zwar den Alarm ausgelöst, doch bis die
Polizei eintraf, waren sie mit der Beute geflohen. Ihr Diebesgut brachten
sie zusammen mit Komplizen nachweislich zumindest teilweise nach
Rumänien und versuchten, dieses dort zu verkaufen. Die
Staatsanwaltschaft wurde von einer Museumsexpertin auf ihre Spur
gebracht. Sie war von einem Kaufinteressenten um ein Gutachten
gebeten worden. Ein Versuch der Ermittler, die Beute über ein fingiertes
Kaufangebot durch einen verdeckten Polizisten sicherzustellen, schlug
fehl.
Besitzer der Gemälde war der Rotterdamer Geschäftsmanns Willem
Cordia. Über den Marktwert seiner Bilder kursierten in Fachkreisen und
Medien Schätzungen zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Der
nachweisbare Versicherungswert betrug jedoch nur 18,1 Millionen Euro.
Dieser Betrag wurde im Februar 2013 von einem Konsortium bei Lloyd’s
of London ausgezahlt. Ein klarer Fall von Unterversicherung. Da ist
jemand gut weggekommen dabei.
Die Diebe wurden gefasst und vom Gericht in Bukarest zu
Gefängnisstrafen verurteilt. Die Mutter des Hauptverurteilten hatte
zunächst erklärt, die gestohlenen Bilder in ihrem Ofen verbrannt zu
haben. Später widerrief sie dies. Ob die Bilder verbrannt oder irgendwo
versteckt wurden, bleibt unklar. Hinweise deuten jedoch auf
Verbrennung hin: Kleine Nägel aus Stahl und Kupfer zur Befestigung der
Leinwand, die „nicht industriell hergestellt“ worden seien und demnach
aus dem 19. Jahrhundert stammten. Dies sei das entscheidende Indiz.
Gefunden wurden zudem Reste von Grundierstoff aus Kreide und Leim
sowie mineralische Pigmente für Ölfarben - lauter zeittypische
Materialien. Die Chancen den Harlekin wiederzufinden stehen also
schlecht.
Auch andere Mütter vernichten Gemälde die von ihren Söhnen,
gestohlen wurde, etwa Cranachs Sybille von Cleve (Breitwieser). Ist
Dummheit erblich?
Cranach