Pablo Picasso - Maya à la poupée
Wer ist die Puppe?
Das Gemälde "zeigt" - in kubistischer Manier - die 3-jährige
Maya Widmaier Picasso. Sie entstammt der Verbindung
zwischen Pablo Picasso und Marie-Thérèse Walter, eine der
sieben wichtigsten Frauen (Musen) im Leben des Künstlers. Die
beiden trafen sich Anfang 1927, da war sie 17 Jahre alt, und er
46 und mit Olga Khokhlova verheiratet. Das Bild entstand 11
Jahre später. Da war Picasso schon wieder mit einer anderen
liiert (Dora Maar). Die Rivalität zwischen Marie-Thérèse und
dieser empfand Picasso keineswegs als störend, im Gegenteil,
sie bestätigte sein Ego und seine Männlichkeit. Die Verbindung
mit Marie-Thérèse blieb auch nach deren Trennung
aufrecht. Picasso untestützte sie und Maya finanziell, heiratete
sie aber nie. Sie nahm sich 4 Jahre nach seinem Tod das Leben.
Das Bild blieb dank einer Transaktion mit dem französischen
Staat in der Familie, die es nach dem Tod des Malers den Erben
erlaubte, durch eine Schenkung anderer Werke sich der fälligen
Erbschaftssteuer zu entledigen und die privatesten und
intimsten Werke behalten zu können.
Picassos Musen
Das Bild Maya à la poupée hing danach bei Mayas Tochter,
Diana Widmaier-Picasso, in deren Wohnung rue de Grenelle,
Paris (VIIe arrondissement). Dort kam es 2007 zu einem
Einbruch, bei dem das Gemälde und andere Werke Picassos
gestohlen wurden. Die Diebe hatten offenbar guten
Geschmack, wussten aber nicht, dass gestohlene Gemälde des
Meisters wegen ihres Bekanntheitsgrades praktisch
unverkäuflich sind. Sechs Monate später wurden sie verhaftet
und das Gemälde wiedergefunden. Es war nicht das erste und
letzte Mal dass Mitglieder der Familie Picasso Opfer von
Diebstählen wurden.
Bleibt eine noch immer unbeantwortete Frage: ist die Puppe
in Mayas Händen etwa der Maler selbst? Die Frage ist insofern
relevant als Selbstporträts mit keinem seiner Kinder in Picassos
Werk auffindbar sind.
Wäre interessant wegen der sehr ähnlichen Nasen;-)
Picasso und Tochter Maya 1952