Tatsächlich hatte Paul Leffmann den Picasso bereits 1932 in die Schweiz
verbracht und dort deponiert. 1937 floh er aus Deutschland nach Italien und
1938 von dort nach Brasilien, und verkaufte dabei das Gemälde für 13.200
Dollar an Pariser Kunsthändler (darunter Paul Rosenberg). Von diesen gelangte
es 1940 in die Knoedler & Co. Gallery nach New York,wurde dort 1941 von einer
Chrysler Tochter für 22.500 Dollar gekauft, und von dieser 1952 dem MET
gespendet.
Dritte Schlagzeile im Jahr 2018: Nach zwei Jahren Verhandlungen kam das New
Yorker Gericht zum Schluss den Antrag der Leffman Erben abzulehnen. Grund:
letztere hätten - nach New Yorker Recht - nicht nachweisen können dass ihr
Vorfahre den Picasso unter Zwang (duress) verkaufen musste. Auch eine
Berufung wurde abgelehnt: diesmal mit dem Grund die Rückgabeforderung sei
zu spät eingereicht worden, nämlich erst 72 Jahre nach dem Verkauf, und 58
Jahre nach der Schenkung an das Museum. Das Gemälde durfte also im MET
bleiben. Ob das eine "gerechte und faire Lösung" im Sinne der Washingtoner
Prinzipien war, sei dahingestellt. Der Fall wurde an der Universität Genf juridisch
"aufgearbeitet" (The Actor –Leffmann Heir v. Metropolitan Museum of Art).
Nachtrag: Die Leffmanns kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa
zurück. Sie ließen sich in der Schweiz nieder und stellten Jahrelang Anträge auf
Wiedergutmachung und Hilfsersuchen an öffentliche Stellen. Für den Verlust
ihres Hausrates wurden sie entschädigt. Von einem Picasso-Bild war in den
Antragstellungen nach heutiger Kenntnis allerdings an keiner Stelle die Rede.
Das scheint sich gerächt zu haben.