Pablo Picasso - Raffael und la Fornarina
Sex and the Vatican-City
Bekanntlich kopierte Picasso von anderen Malern nicht nur Motive, sondern
thematisierte auch deren Liebesleben. Er hatte ja diesbezüglich selbst einiges
vorzuweisen. Was ihn besonders beeindruckte, war die Liebesabenteuer Raffaels
mit seiner Bäckerstochter Fornarina. Wenn man der Biographie Vasaris Glauben
schenkt, nahm Raffael seine Geliebte mit in die Arbeit, manchmal sogar auf
kirchlichem Boden, denn er hatte nach ihr ein unstillbares Verlangen. Eines Tages
soll er es dort allerdings übertrieben haben, und der nur 37-Jährige verstarb an
"Fieber". In der Legende hieß es "Orgasmus".
Dieser Begleitumstand hatte es Picasso vermutlich angetan. Seine Musen
inspirierten ihn ja nur zu Hause. Dass er sich mit diesem Thema überaus intensiv
auseinandersetzte, ja sich sogar darin "badete" ersieht man daraus, dass von ihm
dutzende Versionen solcher Sexszenen bekannt sind, wovon man einige getrost als
Pornographie bezeichnen kann. Da die meisten als Radierungen erschienen, war
für publikumswirksame Vervielfältigung gesorgt.