Nach dem Tod von Marie-Thérèse (sie erhängte sich 1977, vier Jahre
nach Picassos Tod) blieb das Unikat im Besitz von Maya, inzwischen
verheiratet mit Pierre Widmaier, mit dem sie drei Kinder hatte: Olivier,
Richard, und Diana. Diese schienen ihre alternde Mutter unterschiedlich
beeinflusst zu haben, denn es kam unter einigermaßen verworren
familiären Verstrickungen zum zweifachen Verkauf der grossmütterlichen
Büste. Nach einer Ausstellung 2011 fädelte Mayas Sohn Olivier Ende
2014 den ersten Verkauf an ein Händlerkonsortium (Pelham Holding) ein,
hinter dem die Kunstsammlerin Sheikha Al-Mayassa aus dem Katar
stand. Der Verkaufspreis lag bei 42 Millionen Dollar. Als seine Schwester
Diana Monate später davon erfuhr, brachte sie ihre 80-jährige Mutter
dazu den vom Bruder eingefädelten Vertrag zu kündigen, und die
Skulptur im Mai 2015 ein zweites Mal zu verkaufen, diesmal um mehr als
das doppelte (105,8 Millionen Dollar) an den New Yorker Kunsthändler
Larry Gagosian. Dies ging natürlich nicht ohne Reibereien über die
Bühne. Die Affaire Gagosian versus Pelham mit Klagen in New York, Paris
und Genf war geboren. Darin war auch von Demenz der Verkäuferin
Maya die Rede. Sie hätte den alten Vertrag unter einem
“vorübergehenden Schwächeanfall” (“défaillance momantanée”)
unterzeichnet. Nach Auskunft der Anwältin wären Mayas “Fakultäten
wieder vollkommen hergestellt” (« depuis, elle a recouvré l’intégralité de
ses facultés »). Wie sich die beiden Geschwister ihre Unstimmigkeiten
untereinander ausmachten, bleibt unbekannt.
Picasso Généalogie