Zum Teufel muss gesagt werden, dass der "Prediger" Wolfgang in der
Kunst meist so dargestellt wurde, dass er bei der Verkündigung des
Gotteswortes vom Teufel gestört wird. Bei Pacher geschieht dies
folgendermaßen: während der Heilige auf der Kirchenkanzel predigt,
stört der Satan durch Entfaltung von Getöse, Sturmwind, Staub und
Nebel die gottesdienstliche Handlung. Pachers Darstellung mit dem
pausbäckigen, geflügelten Teufel der wie wild in seine
Trompete/Posaune bläst, gehört zu den entzückendsten und
humorvollsten ihrer Art auf kirchlichem Boden.
Zur Seehilfe: einer der vier Evangelisten Markus, Lukas, Johannes und
Matthäus bedient sich einer Bügelbrille. Er hält sich die nicht sitzen
wollende Sehhilfe vor Augen und blickt lesend über die Schulter eines
anderen Apostels in ein Buch. Es ist eine der ersten Abbildungen
dieser Art in der Kunstgeschichte. Auch sie entbehrt nicht eines
gewissen weltlichen Humors.
Wem diese Beweise von Pachers Humor nicht genügen, muss nach
München pilgern. Dort findet er auf dem Kirchenväteraltar in der
Alten Pinakothek eine andere Darstellung des Teufels, diesmal mit
dem Hl. Augustinus dem er das Messbuch hält. Dargestellt ist er
sinnigerweise mit einem …… Arschgesicht.
Diese Tiroler ! KY 2019
Pacher Augustinus