Bei der Anzahl von Seerosenbildern ist es nicht verwunderlich dass sie heute
über die ganze Welt verstreut sind. Der Löwenanteil - jenen den er der
französischen Nation schenkte - befindet sich im Musée de l'Orangerie in Paris.
Alleine diese Bilder sind aneinandergereiht 100 Meter lang und bedecken eine
Oberfläche von über 200 m2. Das hier gezeigte „Le bassin aux nymphéas“
stammt aus einer Serie von 11 Gemälden, die Monet vom selben Teichsegment
malte. Sie haben alle ein Querformat von ca 100 x 200 cm, und zeigen keinen
Himmel sondern ausschließlich Wasseroberfläche und darauf schwimmende
Seerosen (nymphaeas, aquae lilia). Unter vier sehr ähnlichen Versionen ist eine
in russischem Privatbesitz, befindet sich aber nicht auf Festland, sondern
schwimmt auf Weltmeeren. Dazu kam es wie folgt.
Im Jahre 2008 wurde das Bild von seinen US-Besitzern bei Christie's in London
versteigert. Nach langem Bietergefecht ging es für 52 Mio € an einen anonymen
Bieter, ein damaliger Rekord für einen Monet. Der neue Besitzer stellte sich bald
als der in der Schweiz ansässige Milliardär Andrey Melnichenko heraus. Sein
Vermögen hatte er durch Geschäftsmöglichkeiten beim Niedergang der
Sowjetunion und dem nachfolgenden Aufschwung Russlands angehäuft. Als
gewiefter Geschäftsmann holte er sich das Gemälde aber nicht aus London ab,
sondern aus Kristiansand, und zwar mit seiner 119 Meter langen Mega Yacht
"A". Warum Kristiansand ? Norwegen liegt ausserhalb der EU und verrechnet
keine Importaxen.
Seither schwimmen die Seerosen auf den Weltmeeren. Der studierte Physiker
weiß, wie man mit dem Wind segelt, ohne viel rudern zu müssen.