“Claude Monet” -Autoportrait dans son Atelier
Weder Monet noch Selbstportrait : Authentizitätsforschung ist keine exakte Wissenschaft
Die Existenz dieses unsignierten Portraits war lange Zeit
unbekannt. Es wurde 1984 von Paulette Howard-Johnston, Witwe
eines englischen Admirals, für 300 000 $ an den Kunsthändler und
Sammler Daniel Wildenstein verkauft. Als Autor nannte sie John
Singer Sargent, einen Freund ihrer Familie, der Claude Monet
gemalt habe. Nachdem verschiedene Experten Zweifel an dieser
Authentizität angemeldet hatten, klagte Wildenstein auf
Annulierung des Kaufvertragswegen wegen "erreur sur la
substance", und meinte es handle sich sicher um einen
"unbedeutenden" Maler (man fragt sich, warum er dann dafür
300 000 $ springen ließ).
Die erste Bombe war geplatzt, die Fronten gebildet. Dennoch
kamen die Parteien 1986 überein, den Kaufpreis für das
fälschlicherweise John Singer Sargent zugeordnete Bild zu
halbieren, wobei die ehemalige Besitzerin die Hälfte Wildenstein
rückerstatten musste, und dieser im Gegenzug das Bild der
Académie des Beaux-Arts in Paris schenken sollte, damit es im
Marmottan Monet Museum ausgestellt werden konnte. Man war
offenbar unter Menschen mit einem gewissen Sinn für Eleganz.