Henri Matisse - Femme assise dans un fauteuil
Rosenberg bestiehlt Rosenberg, und Gurlitt lacht sich ins Fäustchen
Das Gemälde stellt die junge Tänzerin Henriette Darricarrère dar.
Matisse malte seine Muse in den 1920-er Jahren sitzend mit
gekreuzten Knien und einem Fächer in der Hand. Gekauft hat das
Bild 1938 der Kunsthändler Paul Rosenberg über den Galeristen
Georges Bernheim. Als Nazi-Deutschland Frankreich besetzte floh
Rosenberg als Jude in die USA und versteckte einen Teil seiner
Kunstsammlung, darunter dieses Bild, in einem Banktresor in
Libourne (bei Bordeaux). Es dauerte nicht lange bis es 1942 durch
den Einsatzstab Reichsleiter Alfred Rosenberg aufgestöbert und
beschlagnahmt wurde. Rosenberg gegen Rosenberg, das ist
Brutalität.
Dann verschwand das Bild. Aufgetaucht ist es erst wieder 2012,
zusammen mit ca 1400 anderen Kunstwerken, in der Wohnung von
Hildebrandt Gurlitt im Rahmen einer Zollaffaire (Schwabinger
Kunstfund). Dieser gab an, es von seinem Vater, Cornelius Gurlitt,
geerbt zu haben. Letzterer, selbst mit jüdischen Vorfahren, war als
Kunsthändler der Nazis zuständig für die Geldbeschaffung mit
entarteten und enteigneten Kunstwerken. Offenbar blieben da
einige Kunstwerke bei ihm "hängen".