J.-L. David 16. Okt. 1793
Liotard zeigt Maria Antonia als hübsches "aufgemascherltes"
Kind das brav beim spinnen ist ("filant une frivolité"). Das
sollte sich bald ändern. In Paris waren Ihre Portraits als
erwachsene Königin schon weniger schmeichelhaft, obwohl
sich ihre Hofmalerin Vignée-Lebrun grosse Mühe gab, und
bei ihren Aktivitäten fiel sie hauptsächlich durch ihre
Verschwendungssucht auf. Letztere machten sie bei der
darbenden Bevölkerung derart unbeliebt («Madame Déficit")
dass man ihr sogar Schuld an der "Halsbandaffaire" gab.
Neben ihrer Ablehnung der Revolution trug all dies zu ihrem
tragischen Schicksal bei, 9 Monate nach ihrem Mann als
einfache "Witwe Capet" hingerichtet zu werden.
Ihr letztes Portrait war eine Skizze von J. L. David, die dieser
von ihr am Schinderkarren auf dem Weg zur Guillotine am
16. Oktober 1793 anfertigte. Es zeigt sie so wie sie vermutlich
wirklich ausschaute.
Sic transit gloria mundi