J.-L. David 16. Okt. 1793
Liotard zeigt Maria Antonia als hübsches "aufgemascherltes"
Kind das brav beim spinnen ist ("filant une frivolité"). Das
sollte sich bald ändern. In Paris waren Ihre Portraits als
erwachsene Königin schon weniger schmeichelhaft, obwohl
sich ihre Hofmalerin Vignée-Lebrun grosse Mühe gab, und
bei ihren Aktivitäten fiel sie hauptsächlich durch ihre
Verschwendungssucht auf. Letztere machten sie bei der
darbenden Bevölkerung derart unbeliebt («Madame Déficit")
dass man ihr sogar Schuld an der "Halsbandaffaire" gab.
Neben ihrer Ablehnung der Revolution trug all dies zu ihrem
tragischen Schicksal bei, 9 Monate nach ihrem Mann als
einfache "Witwe Capet" hingerichtet zu werden.
Ihr letztes Portrait war eine Skizze von J. L. David, die dieser
von ihr am Schinderkarren auf dem Weg zur Guillotine am
16. Oktober 1793 anfertigte. Es zeigt sie so wie sie vermutlich
wirklich ausschaute.
Sic transit gloria mundi
Maria Karolina wurde 1752 geboren, ihre Schwester 1755. Sie
waren also bei den Porträts um 10 bzw 7 Jahre alte Kinder, und da
ist der Kopf im Verhältnis zum Körper grundsätzlich größer als bei
Erwachsenen. Maria Karolina hatte übrigens 18 Kinder
11 davon starben im Kindesalter, 3 weitere sehr jung. Nur 4
überlebten die Mutter. Sie hat noch mehr Kinder zur Welt gebracht als
ihre Mutter, nämlich 18, von denen allerdings viele im Kindesalter
starben.
https://www.derstandard.at/story/3100000291920/di
eses-beruehmte-portraet-von-marie-antoinette-zeigt-
eigentlich-ihre-schwester?ref=seite1_entdecken
Catriona Seth, Oxford, Dr Marie-Eve Celio
https://www.ox.ac.uk/news/2025-10-09-
new-research-finds-defining-childhood-
portrait-marie-antoinette-really-her-sister
«Si ça n’est toi, c’est donc ton
frère», dit le loup à l’agneau
chez La Fontaine. «Et ta
sœur!», pourrait aujourd’hui
répliquer à Genève le Musée
d’art et d’histoire, alias le
MAH. Pourquoi cela? Parce
qu’une professeure de Lettres
à Oxford vient de modifier le
nom sur un des dessins à la
pierre noire et à la sanguine
Jean-Etienne Liotard a
représenté à Vienne en 1762
les nombreux enfants de
l’impératrice Marie-Thérèse.
https://www.bilan.ch/story/m
arie-antoinette-le-mah-de-
geneve-corrige-une-erreur-
historique-359657441888
Marie-Antoinette vers 1860
Par Léopold Flameng
MAH Genève