Die Theorie, das Porträt zeige eine florentinische Kaufmannsgattin, konnte bei Ausgrabungen in einem Konvent nicht erhärtet werden Florenz –Wer saß zwischen
1503 und 1506 Modell für das berühmteste Gemälde der Welt? Über die Person, die Leonardo da Vincis "Mona Lisa" darstellen könnte, wird bereits seit
Jahrhunderten gerätselt. Eine der Thesen zur "La Gioconda" (die Heitere), wie das Bild auf Italienisch heißt, hat Spekulationen über da Vincis Homosexualität zur
Grundlage. Die Anhänger dieser Variante glauben, das Gemälde zeige Gian Giacomo de Caprotti, einen Jungen, der dem Künstler als Modell und Assistent diente,
und den er später adoptierte. - derstandard.at/2000022773910/Mona-Lisas-Identitaet-bleibt-wohl-ein-Geheimnis
Mona Lisa wurde erst im frühen 20. Jahrhundert als die große Sensation entdeckt!
Genauer gesagt, nach ihrem Diebstahl aus dem Louvre und der glücklichen Wiederauffindung. Den Zeitgenossen Leonardos, und noch lange Zeit danach, galt die ML
nicht als das beste Bild des Meisters. Lange Zeit präferierte man den Johannes, der übrigens auch im Louvre hängt.
Dass ML gerade um 1900 so populär wurde, hängt natürlich auch viel mit dem Kontext der Zeit zusammen. Ich denke, sie entsprach eben einer schönen Dame im
Geschmack des Fin-de-siécle.
Zustimmung.
Bin der sache weiter nachgegangen und fand, dass der von mir vermutete kunstkritiker Walter Pater mit einem 1867 essay war.
Es ist der zeit entsprechend florid und vielleicht das wirkungsvollste essay ueberhaupt.
Hier ein auszug: <Hers is the head upon which all the ends of the world are come and so the eyelids are a little weary.>
Als resultat von Paters infatuation folgen wir noch immer „the head upon which”, ob im allgemeinempfinden oder der flut von derivativen wie Da Vinci Code.
Treffender Hinweis.
Walter Pater hatte mit seiner Analyse und blumigen Sprache sicher einen wesentlich Einfluss auf die Wertschätzung des Gemäldes.
Das ist gut so, denn damit hat er wenigstens keinen Schaden angerichtet, im Gegensatz zu so vielen anderen die durch ihre voreiligen Stellungnahmen den
Durchbruch von Künstlen wie Makart, Romako, Klimt, Schiele, Kokoschka, Funke, Taussig, Kolig, Hausner, Lassnig, Rainer, Nitsch, Brus (um nur österreichische zu
nennen) verzögert haben.
Aber es stimmt schon, wer die Kunst heiratet, bekommt die Kritik als Schwiegermutter, und auch das ist gut so
nur: bei Leonardo lächeln viele! Der Johannes mmn nicht weniger geheimnisvoll wie die ML. Dann auch Anna Selbdritt. Die Madonna in der Felsengrotte. Hängen
alle im Louvre, im gleichen Raum! - Aber die Karawane zieht daran vorbei, wollen immer nur das eine Bild sehen. Mir wars recht: da hatt ich wenigstens Zeit, die
anderen Leonardos in Ruhe zu studieren
"Das geheimnisvollste Lächeln der Welt"
Ich nehme an, dass ein einflussreicher kunstkritiker uns diesen wurm ins ohr gesetzt hat. Wahrscheinlich ist es mehr ein zufall, dass wir die Mona Lisa als
bedeutenstes bild betrachten.
Ich she sie an sich gern, weil sie so ein antiprinzip gegenueber den heutigen coffeinaufgepeitschen modelle darstellt. Ihr geheimnis ist fuer mich ihre verschlafenheit.
^ Ihr geheimnis ist fuer mich ihre Verschlafenheit ^
das ist durchaus möglich und war von LdV vielleicht so gemeint.
Für mich hab' ich aber eine erregendere Interpretation. Mona Lisa schaut mir ja nicht in die Augen, sondern ein ganz wenig rechts daneben. Das trägt zum Eindruck
des "Geheimnisses" insofern bei, als ich vermuten muss, dass sie jemandem anderen lieber in die Augen schaut ;-)
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