Auch Salvadore Dali nahm sich des Themas der befruchteten
Eizelle an, allerdings auf atomarem Niveau. In seinem Gemälde
Butterfly Landscape (The Great Masturbator in a Surrealist
Landscape with D.N.A.) entdeckt man den wichtigsten
Bestandteil der Eizelle, die Desoxyribonukleinsäure (DNA),
Trägerin des genetischen Codes. Dies ist insofern
bemerkenswert, als Dali die Abbildung nur 4 Jahre nach der
strukturellen Aufklärung der DNA-Doppelhelix (1953) malte, d.h.
lange vor dem Nobelpreis an Watson & Crick (1962). Als Künstler
hatte er offenbar einen besseren Riecher für wissenschaftliche
Durchbrüche als das Nobelkomitee. Die Deutung seiner
Schmetterlinge überliess er allerdings dem Betrachter.
Zurück zu Klimts Danaë. Ein Detail, das nichts mit Embryologie
zu tu tun hat, sind die verkrallten Finger der Prinzessin. Lassen
diese auf ihr Lustgefühl beim Empfang des göttlichen
Goldregens schließen? Wohl kaum. Nicht vergessen, die
Darstellung entsprang der Phantasie eines Mannes der als
Erotomane in die Kunstgeschichte einging. Gekauft wurde sein
Gemälde ebenfalls von einem Mann. Zwar kein Erotomane, aber
jemand der die Gentechnik zum “Teufelszeug” erklärte, und in
seiner österreichischen Tageszeitung (Krone) täglich eine
«Nackerte” auf Seite 7 platzierte, ausser im Advent und in der
Karwoche, wo ihr ein Pulli übergezogen wurde. Ob das Gemälde
noch immer über dem Kamin der Dichands in der Wiener
Kaasgrabengasse hängt, ist ungewiss.
Dali-Butterfly Landscape 1957
Crick & Watson 1962 Nobelpreis
DNA Doppelhelix Nature 1953
Klimt-Danae (Detail)